15.05.2018, 13:59 · Aktualisiert: 15.05.2018, 14:37

Alles Liebe zum 60.!

Vor 60 Jahren, im Mai 1958, wurden erstmals Ravioli in eine Dose gepresst. Vom nobel vermarkteten Familien-Essen wandelte sich die Pasta-Konserve zur billigen Studi- und Festivalnahrung – und zum Lebensretter, auf dem Campingplatz und in der Klausuren-Phase.

Wir gratulieren zum Geburtstag – mit einer wahren Geschichte:

Wie mir Ravioli einmal das Leben gerettet haben.

Juli 2014, irgendwo nahe Cuxhaven. 32 Grad, keine Wolke am Himmel.

11.15 Uhr: Ich erwache zwischen meinem Zelt und dem Bauzaun, der den VIP-Bereich des Deichbrand-Festivals abschirmen soll. Das schrille Lachen einer Besucherin, versteckt hinter blickdichten Bambusmatten, lässt mich erschrocken hochfahren.

Ich bereue die hektische Bewegung sofort, mein Kopf und Magen streiten sich, wem es schlechter geht. Der Magen gewinnt: Ich übergebe mich durch den Bauzaun in den VIP-Bereich.

Ich will mich verstecken, zurückziehen, alleine sein. Doch mein Zelt kocht vor Hitze. Wahrscheinlich der Grund, warum ich bereits im Delirium daraus hervorgekrochen bin. Erinnern kann ich mich daran nicht. Ich schlafe wieder ein, in der prallen Sonne, und ergebe mich meinem Schicksal.

12.10 Uhr: "DU MUSST IN DEN SCHATTEN!"

Das Brüllen meines Kollegen weckt mich. Er selbst sieht aus wie Doctor Zoidberg. Rot leuchtend wie ein riesiger Hummer packt er mich. Offensichtlich weiß er, was mit mir passieren wird, wenn ich noch länger hier liege.

Meine Zunge ist Pelz. Mein Mund schmeckt so, wie Bilder von verdorrten, rissigen Flussbetten aussehen.

(Bild: Giphy)

12.42 Uhr: Ich muss etwas trinken. Und ich muss etwas essen. Am Abend werden "The Prodigy" auftreten, ich muss dahin. Muss fit werden. Aber der Grill wurde geklaut. Und ich weiß nicht, ob ich feste Nahrung überhaupt vertragen könnte.

Der Magen imitiert meine geschüttelte Mineralwasser-Flasche. Blubbernd, perlend, unter Druck. Ich traue mich nicht, davon zu trinken.

12.43 Uhr: Oben in der Tasche liegen nur Müsliriegel. Kratzige, trockene Müsliriegel. Wer hat diesen Scheiß eingekauft? Ich wühle weiter und frage mich, wie ich alkoholbedingtes Organversagen meiner Freundin erklären soll.

12.51 Uhr: Die Rettung für meine Misere findet sich am Boden der Reisetasche. Eingestaubt, aus dem Vorratsregal der Mitbewohnerin gestohlen, lange ignoriert: eine verbeulte Aludose voller Pasta. Ravioli.

Ich frage mich verzweifelt, wie ich den Inhalt nun erhitzt bekomme. Ins heiße Zelt stellen? Bei den Nachbarn auf den Grill werfen?

Da spricht mein sonnenverbrannter Arbeitskollege die Worte aus, die bis heute in meinem Gedächtnis hallen:

Rot geht auch kalt.

12.55 Uhr: Mit einem Taschenmesser zerhacke ich den Deckel und schaufle mir mit einem Löffel die handwarme Tomatensauce und viel zu salzige Füllung rein. Weich und nahezu unzerkaut gleiten die Dolce-Vita-Quadrate meine Speiseröhre hinunter, eine italienische Opfergabe an meinen erzürnten Magen.

Ich bekomme Flüssigkeit und Nahrung in einem. Eine Kreation, die nicht weiß, ob sie Suppe oder feste Nahrung sein will. Und es wirkt. Das babynahrungsartige Industriegericht beruhigt den revoltierenden Körper, die matschigen Nudeln legen einen schützenden Film auf meine Magenschleimhaut.

Ohne dieses medizinische, nein, spirituelle Erlebnis wäre ich an jenem Tag liegen geblieben.

Hätte aufgegeben, den brutalen Kater gewinnen lassen.

Heute weiß ich: Selbst, wenn ich mich wieder mal übergeben muss – dieses weiche Dosengericht wird mir dabei keine Schmerzen bereiten.

Und ich konnte The Prodigy sehen! Mein Leben war gerettet.

Bis zum nächsten Kater, zumindest.


Sport

Özil dabei, Götze raus – diese Fußballer sind im vorläufigen WM-Kader

15.05.2018, 13:24 · Aktualisiert: 15.05.2018, 13:26

Sicher sind sie aber noch nicht.

Mitte Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Nun hat Bundestrainer Joachim Löw bekannt gegeben, wen er mitnehmen will. 

Insgesamt nominierte er 27 Spieler für den erweiterten Kader. Sie reisen in ein gemeinsames Trainingslager nach Südtirol, dann werden noch mal vier Spieler ausgesiebt. Zur WM darf die Mannschaft dann nämlich nur aus 23 Fußballern bestehen.

Mit dabei sind unter anderem Torwart Manuel Neuer – aber auch Mesut Özil, der gerade erst mit dem türkischen Staatschef auf Fotos posiert hatte.