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22.02.2017, 10:42 · Aktualisiert: 22.02.2017, 11:23

Guðni Th. Jóhannesson hat eigentlich nur eine Aufgabe: Ruhig sein, nicht auffallen und wenn er einmal erkannt wird, nett lächeln und winken. Ansonsten muss Islands Präsident nichts tun, die Insel läuft auch so. Rekordverdächtige 97 Prozent (!) seiner Landsleute mögen ihn (Visir). Doch jetzt hat es Jóhannesson nach nur sechs Monaten im Amt gründlich vermasselt. Der Grund: Pizza - mit Schinken und Ananas.

Bei einem Besuch in der nordisländischen Stadt Akureyri beantwortete der gelernte Historiker geduldig die Fragen von Schülern (Lieblingsclub: Manchester United) und erzählte laut Medienberichten von früheren Schülern, die zu Helden der Geschichte Islands wurden. Doch dann wurde ihm die Frage gestellt, die Menschen in aller Welt teilt, Beziehungen beendet und Freunde entfremdet: Gehört Obst auf Pizza?

Die Antwort von Jóhannesson war eindeutig: Er lehne Ananas-Stücke auf seiner Pizza "grundsätzlich" ab - und wenn er könne, würde er ein Gesetz erlassen, das sie grundsätzlich als Belag für alle Bürger verbietet. (Iceland Mag) Die Meldung verbreitete sich auf der spärlich besiedelten Insel in Windeseile - und nur kurze Zeit später diskutierten Menschen auf der ganzen Welt darüber:

Inzwischen hat der Staatschef auf die internationalen Irritationen reagiert und sich in einem mehrsprachigen Statement geäußert:

Yfirlýsing í stóra pítsumálinu - a statement on the pizza-controversy :) Mér finnst ananas góður, bara ekki á pítsu. Ég...

Posted by Forseti Íslands on Tuesday, February 21, 2017

Die wahrscheinlich mit großem Abstand wichtigsten Worte daraus:

Kein Präsident sollte unbeschränkte Macht haben. Für Pizza empfehle ich Meeresfrüchte.
Guðni Th. Jóhannesson, Islands Präsident

Ein Präsident, der fleißig die sozialen Medien nutzt - um über die Grenzen seines eigenen Amtes nachzudenken und dabei die Bedeutung von Gewaltenteilung hervorhebt. Mehrsprachig und mit Selbstironie. Man könnte sich fast wünschen, dass noch andere Staatsoberhäupter den Post lesen und davon lernen. Ach, Island...

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Future

Katharinas Queraufstieg: Von der Finanzberaterin zur Tangokleid-Designerin

22.02.2017, 10:22 · Aktualisiert: 22.02.2017, 11:40

Was wolltest du werden, als du jünger warst?

Als kleines Mädchen habe ich mir vorgestellt, Fotografin zu werden, wie mein Vater. Später als Studentin wollte ich eine Weile Bankerin werden, der Londoner Finanzmarkt hat mich gereizt.

Was hast du studiert, was war dein erster Job?

Ich habe Wirtschaft in London und Internationales Management und Recht in Hamburg studiert und mich danach erst einmal querbeet beworben: Management, Consulting, irgendetwas in Richtung Wirtschaft und Finance. Ich bin dann als Junior Consultant in Berlin bei einem weltweit tätigen Softwarekonzern eingestiegen, das war spannend: Man ließ mich in verschiedenen Projekten mitarbeiten, eine Woche hierhin, eine Woche dorthin reisen, nach Südafrika, nach Holland oder in die Schweiz.