04.02.2018, 12:30 · Aktualisiert: 05.02.2018, 12:14

Unter #foodporn zeigen Nutzer auf Instagram Smoothies, Burger, Salate und all das mit besonderen Zutaten, die wohl nur selten auch in der eigenen Küche bereitstehen. Chia-Samen? Quinoa? Vanilla Hemp Milk? Schwarzer Sesam? Klingt alles hip, aber auch unbekannt.

Der britische Wissenschaftler und erfolgreiche Autor James Wong hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich das Superfood genauer anzusehen. Denn: Es ist zwar hübsch und lässt das eigene Butterbrot alt aussehen – aber ist es wirklich so gesund, wie es auf Instagram versprochen wird? Auf seinen eigenen Accounts bei Twitter und Insta hat Wong Tausende Follower und zeigt:

Viele der vermeintlich gesunden Gerichte sind hochgiftig.

"Wunderschöne Fruchtplatte mit 8000 Likes auf Instagram (dekoriert mit giftigen Windröschen). Hat jemand Lust auf Erbrechen und Durchfall?", schreibt Wong beispielsweise über dieses Foto:

Nicht nur die Fruchtplatte ist mit für den menschlichen Organismus gefährlichen Blumen verziert, auch auf etlichen anderen Food-Fotos hat Wong Pflanzen gefunden, die man offenbar auf keinen Fall essen darf.

Der Botaniker macht sich von diesen Fotos Screenshots und postet sie noch einmal – mit neuen Bildunterschriften wie dieser: "Catharanthen können Zellen töten, deswegen werden sie auch in Chemotherapien verwendet".

Klingt zwar noch immer unbekannt, aber überhaupt nicht mehr hip:

Ob Suppe, Obstsalat oder Smoothie: "Denkt daran, liebe Leute auf Instagram, esst niemals eine Blume, wenn ihr euch nicht sicher seid, ob man sie essen darf", schreibt Wong auf Twitter.

Viele Blogger würden hochgiftige Pflanzen empfehlen, deren Verzehr leichte und schwere Nebenwirkungen hervorrufen könne: Plumeria, Narzissen oder Schneebeeren seien zwar schick anzusehen, könnten Verdauungstrakt und Organismus aber gewaltig durcheinander bringen.

Das sind die Pflanzen, die James Wong bisher gefunden hat:

1/12

Instagram ist voller Bilder, die nachbearbeitet wurden – Bilder, die ein Fake sind und es immer schwieriger machen, zwischen Realität und Inszenierung zu unterscheiden.

Denn welcher Blogger hat das, was er da fotografiert hat, schon wirklich gegessen? Oder: Wer hat es gegessen, Tausende Likes kassiert, und die Nacht dann über der Toilettenschüssel verbracht?

Immer wieder setzen sich Künstler mit den Fake-Bildern auf Insta auseinander: Sie zeigen, dass nicht jeder Körper straff und fettfrei ist, dass es auch unaufgeräumte Wohnungen gibt und dass selbst Models ihre Regel bekommen.

Mehr über James Wong

  • Wong ist Botaniker und wissenschaftlicher Autor. 
  • Er lebt in London und forscht unter anderem über Ethnobotanik, Nutzpflanzenarten und Ethnopharmakologie.
  • Wong hat mehrere Bücher geschrieben und wurde für einige seiner BBC-Dokumentationen ausgezeichnet.
  • Wong ist bei TwitterInstagram und hat eine Webseite.

James Wong konfrontiert Blogger und Nutzer jetzt mit der wissenschaftlichen Perspektive: Dass auf Instagram vieles nicht stimmt, ist nicht nur ein Gefühl.

Wongs Streifzüge durch die Welt der vermeintlich leckeren Gerichte kommentiert er in einer Sprache, die auch Menschen verstehen, die keine Forscher sind.

"Ein neuer Tag, ein neuer Clean-Eating-Instagrammer, der Bilder von toxischen Blumen postet", schreibt Wong. "Dieser Smoothie enthält vielleicht keine Milch und kein Gluten, juchu! Dafür enthält er Lycorin." Ein Alkaloid, das in Amaryllisgewächsen enthalten ist. "Symptome: Juckreiz, Schwellungen, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Zuckungen."


Streaming

Diese 14 Tweets fassen das Dschungelcamp-Finale perfekt zusammen

04.02.2018, 12:24

Zwei Wochen Dschungelcamp sind überstanden, eine neue Königin ist gefunden. Jenny Frankhauser, die Schwester von Daniela Katzenberger, darf von nun an die Krone tragen. (RTL)

Mit einem schlichten Wahlversprechen versuchte sie, die Anrufer von sich zu überzeugen: "Ich bin die Jenny, und das ist alles, was ich bin." Es hat funktioniert!

Hinter ihr musste sich Sänger Daniele Negroni einreihen. Er wurde Zweiter, wie schon bei "Deutschland sucht den Superstar".