Bild: Instagram/Jocelyn Teo

Food

Dieses Burger-Menü ist nicht größer als deine Fingerkuppe

16.10.2017, 17:28

Wer sich kritisch mit seiner Ernährung auseinandersetzt, auf seinen Körper achtet und ab und an auch mal Sport treibt, der ist auf Instagram gut aufgehoben – unzählige Leute zeigen hier, wie sie trainieren, welche Rezepte sie gern kochen, und sie posten Bilder von ihrem Essen.

Sitzt man mit Kollegen in der Pause zusammen, dauert es nicht lang, bis der erste mit seinem Handy ein Foto von seinem Mittagessen macht und es auf Snapchat teilt.

Food-Pics sind normal geworden.

Accounts wie "deliciouslyella" und "foodheavenshow" machen damit Geld. Sie teilen perfekt inszenierte Essenbilder, die Fans belohnen sie mit Klicks.

Doch es gibt auf Instagram auch die, die aus einem ganz anderen Grund essen posten – nicht, um anzugeben, sondern um ihre Kunst zu präsentieren. So auch Jocelyn Teo.

Auf den ersten Blick erkennt man auf ihrem Profil "aiclay" kaum etwas Spektakuläres. Sie veröffentlicht Bilder von Schokolade, Waffeln, Sushi, Sandwiches und Burgern.

Doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Denn das Essen ist winzig klein – gebastelt im Miniaturformat. Jocelyns Werkzeuge: Feine Pinsel und Pinzetten.

Sie stellt die süßen und herzhaften Verführungen aus Ton, Papier und Farbe her. Dank vieler Details wirken ihre Bilder extrem realistisch, auch wenn man sie nicht essen kann.

Egal, ob "McDonald's"-Menü aus saftigem Burger und kühlem Softgetränk, Waffel-Nachspeise garniert mit Vanilleeis, Banane und Erdbeeren, oder ein Flechtkorb gefüllt mit Baguette, Hörnchen und frischen Brötchen – all die Gerichte passen auf Jocelyns Fingerkuppe.

Ihre Fans sind begeistert von ihrer Arbeit, ihr Account hat mittlerweile mehr als 75.000 Abonnenten.

So sehen die winzigen Snacks von Jocelyn aus:

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Ursprünglich stammt der Tiny-Food-Trend aus Japan.

Erste Miniaturmodelle von Essen gab es dort schon im Jahr 1917. In den Dreißigerjahren wurden diese dann in größerer Zahl produziert und als Spielzeug und Accessoires verkauft.

Doch in Zeiten, in denen vegetarische und vegane Gerichte die Kantinen erobern, Ernährungsratgeber auf Superfoods wie Acai-Beeren und Chiasamen schwören und selbsternannte Fitnessgurus sich auf Instagram ausbreiten, ist es wenig überraschend, dass Jocelyn auch Aufmerksamkeit aus Deutschland bekommt.

Die kleinen Kunstwerke sind eine Kritik an der Art und Weise, wie viele von uns Essen konsumieren: schnell, günstig und wenig bewusst.

Ihre Mini-Kunstwerke zeigen: Manchmal sollten wir einfach einen Gang zurückfahren.

Noch immer machen sich zu wenige Menschen Gedanken, woher die Zutaten aus dem eigenen Essen eigentlich stammen. Viele sehen die Masse an Produkten, die uns jeden Tag im Supermarkt zur Verfügung stehen als selbstverständlich an – ohne das je zu hinterfragen.

Manchmal geht alles eben auch eine Nummer kleiner.

Was die Leute auch gerade auf Instagram bewegt:


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