Food

So gelingt Foodporn: Blogger geben Tipps für bessere Fotos

24.12.2015, 09:58 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:24

Vom Goldenen Schnitt haben wir im Kunstunterricht gehört, und das Foto vom letzten Abendessen hat auch ein paar Likes bekommen. Doch trotzdem, so richtig klappen will es mit den Food-Fotos manchmal noch nicht.

Was empfehlen die Experten? Fünf Foodblogger erklären, wie man Burger und Pommes in Szene setzt – auch ohne Spiegelreflex.


1. Verwende nicht immer den gleichen Untergrund

(Bild: Jens Glatz / Kochhelden)

Untergrund kann alles sein - Tische, alte Bretter, Tapete, Fliesen, Obstkisten, Stoffe, der Fussboden oder der Stuhl, auf dem du sitzt oder Stoffe. Sei kreativ und schau dich um.

Jens Glatz, Kochhelden.TV


2. Weniger ist mehr

(Bild: Markus Hummel / Backbube)

Um Food richtig gut in Szene zu setzen, sollte nichts vom eigentlichen Hauptdarsteller – in diesem Fall den Plätzchen – ablenken. Diese Bilder transportieren beide eine weihnachtliche Stimmung, wobei ich das linke Bild so nie auf meinem Blog zeigen würde. Das ist eindeutig zu überladen. Als Betrachter weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Es sind zu viele unterschiedliche Farben zu sehen, und die Dekoration im Vordergrund lenkt ab. Lieber auf eine Farbe konzentrieren, so wie rechts, dann steht das Essen auch im Mittelpunkt.

Markus Hummel, Backbube.com


3. Erzähle eine Geschichte

(Bild: Mirja Hoechst / Küchenchaotin)

Erzähle mit dem Bild eine Geschichte – ein angebissener Kuchen, ein vollgekrümeltes Brett, Besteck im Essen. Es muss nicht sauber und clean, es muss spannend und lecker sein.

Mirja Hoechst, Küchenchaotin.de


4. Wähle deine Props passend aus

(Bild: Katharina Küllmer / Essraum)

Ein gutes Foto steht und fällt auch mit der Deko drumherum beziehungsweise dem Teller, auf dem das Essen angerichtet ist. Sinnvoll sind hier häufig nicht glänzende oder spiegelnde sowie farblich zurückhaltende Utensilien aus einer Farbfamilie. Auch passendes Besteck, eine locker aufgeschlagene Serviette oder ein Wasserglas zaubern gleich ein wenig Atmosphäre. Entweder bleibt man ausschließlich in einer Farbfamilie, dann wirkt das Bild sehr ruhig – ein oder zwei Props, die die Farbe des Essens aufgreifen, können aber auch für Spannung im Hintergrund sorgen…

Katharina Küllmer, essraum.com


5. Sorge für Dynamik im Bild

(Bild: Jens Glatz / Kochhelden)

Baue dynamisch interessante Bilder mit Hilfe von diagonalen Bildelementen, schneide Bildelemente an, indem ein Teller zum Beispiel nicht ganz auf dem Bild zu sehen ist, und nutze den Goldenen Schnitt.

Jens Glatz, Kochhelden.TV


6. Etwas Rotes hilft gegen ein blasses Bild

(Bild: Ronja Krohz / Von Honig und Vanille)

Mein Opa hat mir einmal den Tipp geben, etwas Rotes in ein Bild einzubauen, damit es nicht so blass wirkt. Das gilt nicht nicht nur für Food-Fotografie, wo man zum Beispiel leicht einen roten Apfel oder ein Band nutzen kann, sondern auch für die Landschafts- oder Portraitfotografie.

Ronja Krohz, vonhonigundvanille.com


7. Unscharf ist "schärfer" als scharf

(Bild: Markus Hummel / Backbube)

Auf diesen beiden Bildern siehst du wie wichtig Unschärfe auf einem Food-Foto sein kann. Links sind sowohl Vorder- als auch Hintergrund scharf, während auf dem rechten Bild nur das Wichtigste im Vordergrund scharf ist. Dadurch wirken die Kekse viel plastischer, als wären sie zum Greifen nah. Diesen Effekt erzielst du mit einer kleinen Blende. Ein Objektiv mit Festbrennweite ist dafür besonders zu empfehlen. Mit der Unschärfe kannst du den Fokus auf einen bestimmten Punkt richten und diesen besonders gut hervorheben.

Markus Hummel, Backbube.com


8. Nutze passende Apps

(Bild: Mirja Hoechts / Küchenchaotin)

Benutze unterwegs Apps auf dem Smartphone. Hier gibt es tolle Apps, wie Instagram, Snapseed oder VSCO, die grandiose Effekte beinhalten, welche die Darstellung großer Kameras simulieren können, wie zum Beispiel Schärfeverläufe und Filmeffekte.

Mirja Hoechst, Küchenchaotin.de


9. Nutze deine Zutaten als Dekoration

(Bild: Ronja Krohz / Von Honig und Vanille)

Um ein Gericht zu inszenieren, bieten sich natürlich die verwendeten Zutaten an. Das gilt vor allem für Gerichte, denen man nicht ansieht, was drin ist, wie zum Beispiel Suppen oder auch den hier gezeigten Brownies. Bei Suppen können ein paar Kräuter oder eine Paprika im Hintegrund helfen, bei den Brownies habe ich mich für Zimtstangen entschieden.


10. Gutes Licht ist die beste Voraussetzung

(Bild: Katharina Küllmer / Essraum)

Ganz wichtig in der Food-Fotografie ist das Fotografieren bei gutem Licht. Am Besten baut man sein Set mit einem schönen Unter- und Hintergrund seitlich zu einem Fenster auf. Zu starkes Sonnenlicht produziert starke Schatten - möchte man das nicht, dann sollte man mit einem weißen dünnen Bettlaken das Licht ein wenig abfedern. Hilfreich sind auch weiße Reflektoren, zum Beispiel eine Styroporplatte, auf der gegenüberliegenden Seite des Fensters. Sie reflektieren das Licht zusätzlich noch einmal auf das Set beziehungsweise das Essen zurück. Möchte man eines dieser dunklen Moody-Fotos, dunkelt man das Set mit Hilfe von aufgestelltem schwarzen Kartonpapier gegenüber des Fensters ab, wählt einen dunklen Unter- und Hintergrund und schafft so eine moody Atmosphäre, die die Aufmerksamkeit rein auf das Essen lenkt.

Katharina Küllmer, essraum.com