Bild: Annika Eliane Krause

Food

So schmeckt es im Aldi-Bistro in Köln wirklich

10.05.2017, 08:59 · Aktualisiert: 10.05.2017, 10:39

Im blauen Container mit der großen Fensterfront ist es voll. Hipster, Rentner, Anzugträger – alle warten darauf, dass ein Hocker frei wird. Darauf, im Aldi-Bistro in Köln ein Drei-Gänge-Menü für 7,99 Euro zu essen.

An der Lampe hängen leere Aldi-Weinflaschen. Die Einrichtung ist ansatzweise hip. Die Lage sowieso: Der Mediapark liegt zentral in Köln, hier arbeiten viele Menschen, hier wollen viele Menschen Mittagessen. Auch zwei Wochen nach der Eröffnung des Aldi-Bistros wird der Andrang nicht weniger. Es ist laut und voll.

Als Tagesmenü steht heute auf der Karte:

  • Vorspeise: Suppe mit Erbsen, Möhren und Nudeln. Nichts außergewöhnliches – aber es schmeckt.
  • Hauptgang: Schweineschnitzel mit Bratkartoffeln, Nudeln und Thunfisch oder vegetarischer Bulgur.
  • Dessert: Der Milchreis als Nachtisch ist aus.

So sieht es im Aldi-Bistro in Köln aus:

Annika Eliane Krause
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In dem Gewusel des 90 Quadratmeter großen Containers wird schnell ersichtlich, dass niemand mit dem Ausmaß an Interesse gerechnet hätte. Mal fehlt eine Gabel, mal wird das falsche Gericht serviert. Doch die Kellner bleiben freundlich und die Atmosphäre angenehm.

"Hier wird man ja gezwungen, neue Leute kennen zu lernen", sagt eine ältere Dame beim Anblick der langen Tische, an die sich einfach alle gemeinsam quetschen.

(Bild: Annika Eliane Krause)

Das Prinzip des Aldi-Bistros ist simpel. Drei Monate werden in dem Container täglich wechselnde Menüs angeboten, die ausschließlich aus Aldi-Zutaten gekocht werden. Zu jedem Menü gibt es ein Rezeptheft, damit die Kunden direkt bei Aldi einkaufen gehen und das Essen zu Hause nachkochen können. Mit dem Preis von 7,99 Euro für ein Menü konkurrieren sie locker mit der Mensa und McDonald's.

Gewinn könne man in der kurzen Zeit mit dem Restaurant aber nicht machen, sagt Oliver Sohn, der Chef des Aldi-Bistros. Doch darum geht es auch nicht.

Das Aldi-Bistro dient als Marketinginstrument, um an junge Menschen heranzukommen.

Denn "Hauptsache billig" zieht nicht mehr: Beim Einkauf wird nicht mehr nur auf den Preis, sondern auch auf Qualitätsmerkmale wie Herkunft und Herstellung geachtet. Das bekommen Discounter wie Aldi und Lidl zu spüren.

Die Billig-Supermärkte wollen vor allem eins: Marktanteile zurückgewinnen.

Das Bistro ist da nur eine Idee. Aldi hat immer mehr Markenprodukte im Sortiment und kooperiert mit der Schmuckdesignerin Jette Joop. Aktuell läuft im Fernsehen ein sentimentaler Werbespot, der eindeutig an die gefühligen Clips von Edeka anknüpfen soll.

Offenbar hat Aldi damit Erfolg. In diesem Jahr wuchs der Umsatz von Aldi und anderen Discountern – auf Kosten der Konkurrenz. In den ersten drei Monaten 2017 waren die Umsatzzuwächse der Billig-Supermärkte "rund viermal so hoch" wie die der klassischen Supermärkte – so lautet das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). (manager magazin)

Wir haben nachgefragt, wie das Bistro ankommt:

(Bild: Annika Eliane Krause)

Valerie, 21 und Gabriela, 23

Das Bistro ist wie die Mensa, nur leckerer. Bei uns ist leider der Nachtisch ausgegangen, den hätte ich gerne noch gehabt. Es ist relativ laut, voll und eng aber Lage und Atmosphäre sind super. Ich denke nicht, dass ich die Rezepte nachkochen werde. Dafür war das Essen nicht außergewöhnlich und interessant genug. Zwar lecker, aber Schnitzel ist jetzt keine neue Erfindung. Aldi ist eine bekannte Marke, sodass jeder wohl einfach mal ein ganzes Menü für den Preis ausprobieren möchte. Aber ich glaube nicht, dass hier Leute täglich hingehen werden.

(Bild: Annika Eliane Krause)

Cora, 23

Als ich vom Aldi-Bistro gehört habe, wusste ich nicht genau, was ich davon halten soll. Anscheinend soll es zeigen, dass man auch günstig lecker kochen kann. Das ist für mich als Studentin natürlich interessant. Wobei ich ehrlich gesagt meistens bei Rewe einkaufe, einfach weil er bei mir um die Ecke liegt. Die Sachen sind dort auch frischer.

Ich finde es gut, dass Aldi abends Gemüse reduziert, aber häufig ist es dann schon etwas schrumpelig und ich kaufe es doch lieber woanders. Ich koche gerne, aber für mich alleine ist das oft kompliziert. Da ich keine Tiefkühltruhe habe, muss ich es genau planen oder drei Tage hintereinander das Gleiche essen. Daher esse ich auch häufig auswärts, muss aber natürlich auf meine Kasse achten. Meine Freunde und ich gehen oft auch abends in die Mensa. Ich denke, dass so etwas wie das Aldi-Bistro eine gute Alternative dazu sein könnte.

(Bild: Annika Eliane Krause)

Joanna, 29, Silke, 31 und Kurt, 10 Wochen

Es war lecker und die Kellner sind super nett. Es wirkt zwar alles noch etwas unkoordiniert aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt auf jeden Fall. Den Hype gibt es wahrscheinlich einfach, weil es etwas Neues ist, was man für kleines Geld mal ausprobieren kann. Streetfood ist ja auch super modern. Jeder geht gerne essen und probiert neue Sachen.

(Bild: Annika Eliane Krause)

Victoria, 29

Wir hatten das Menü, das war eigentlich ganz gut. Mich überzeugt der Preis, die Lage und dass das Essen so schnell gebracht wird. Natürlich ist es kein Laden, in dem ich den ganzen Abend verbringen würde, schließlich warten ja schon wieder andere Leute auf meinen Platz. Ich gehe gerne essen, koche aber auch gerne selbst. Kommt immer drauf an, wie es das Portemonnaie zulässt. Deshalb finde ich es super, dass hier die Rezepte veröffentlicht werden. Die Vorspeisensuppe werde ich zu Hause nachkochen. Ich kaufe sowieso hauptsächlich bei Aldi und Lidl ein.

(Bild: Annika Eliane Krause)

Andreas, 23

"Galileo" hat vom Aldi-Bistro berichtet und da habe ich mir gedacht, dass ich mir das mal anschaue. Die anderen Restaurants am Mediapark kenne ich schon und das Bistro klingt nach einem ganz neues Konzept: Denn hier wird gutes Essen für einen kleinen Preis angeboten. Ansonsten ist es hier in der Lage schon recht teuer essen zu gehen.

(Bild: Annika Eliane Krause)

Christina, 26

Ich war heute zum ersten Mal hier und habe nur das Schweineschnitzel bestellt, nicht das Menü. War super lecker und eine große Portion. Es stand ja überall in der Zeitung und ich wollte es mal ausprobieren. Neuerdings habe auch ich das Kochen für mich entdeckt, aber trotzdem gehe ich häufiger essen, als selbst zu kochen. Vor allem wenn es jetzt so günstige Möglichkeiten gibt essen zu gehen wie hier, kann ich mir das auch leisten.

Das war auch ein Versuch, das Image zu verbessern: Deutsche Promis boten "Kollektionen" bei Discountern an. Weißt du, welche?


Today

Tag 111: Trump feuert FBI-Chef James Comey

10.05.2017, 08:19

Der Grund ist angeblich die E-Mail-Affaire um Hillary Clinton.

Ohne Ankündigung und mit sofortiger Wirkung: US-Präsident Donald Trump hat den Direktor der Bundespolizei FBI, James Comey, entlassen. Nach Angaben des Weißen Hauses folgte er damit der Empfehlung von Justizminister Jeff Sessions und seinem Stellvertreter Rod Rosenstein. (SPIEGEL ONLINE)

In einem Brief an den FBI-Chef schrieb Trump, er stimme mit dem Justizministerium darin überein, dass dieser nicht in der Lage sei, das FBI effektiv zu führen. Und weiter: "Es ist essenziell, eine neue Führung für das FBI zu finden, die das Vertrauen der Öffentlichkeit und das Zutrauen in die Kernaufgaben seiner Aufgaben in der Strafverfolgung wieder herstellt." (SPIEGEL ONLINE)