08.05.2018, 23:00 · Aktualisiert: 09.05.2018, 17:36

Jeden Tag ein neues.

Das Schöne und Schlimme am Leben ist, dass es sich jederzeit ändern kann. Bei Gary Andrews kam dieser Moment im vergangenen Oktober. Der Illustrator war gerade auf Geschäftsreise in Kanada, seine zwei Kinder und seine Frau Joy zuhause in London. Dann wurde Joy krank.

Es war Dienstag, sie sprachen über FaceTime und die 41-Jährige sagte: "Ich habe eine Grippe, ich fühle mich furchtbar." Gary antwortete: "Pass auf dich auf, ich liebe dich."

Am Donnerstagnachmittag rief ihre Schwester bei Gary an und bat ihn, sofort nach Hause zu fliegen. Er landete Freitag. Seine Frau war da bereits verstorben – sie hatte eine Blutvergiftung. 19 Jahre waren die beiden ein Paar.

Seine Trauer über den Tod seiner Frau verarbeitet Gary in kleinen Cartoons. Der 57-Jährige ist Illustrator, früher arbeitete er für Disney. Jeden Abend fängt er einen der schönen oder schrecklichen Momente seines neuen Lebens in einer Zeichnung ein: den Alltag mit seinen Kindern und wie er langsam damit umgeht, Witwer und alleinerziehender Vater zu sein. Die Cartoons postet er auf Twitter.

Hier ist eine Auswahl seiner Bilder:

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Seine Alltagscartoons malt Gary schon seit drei Jahren, er nennt das "Doodle Diary", ein Tagebuch aus Kritzeleien. Auch vor Joys Tod ging es darin um sein Leben als Vater und Ehemann, immer mit einem Augenzwinkern. Der einzige Tag, an dem Gary nichts malte, war vergangenen Oktober, als seine Frau verstarb.

Schon am nächsten Abend nahm er wieder den Stift zur Hand – weil Joy es so gewollt hätte. "Ich musste so sehr weinen, dass ich das Papier kaum sehen konnte. Ich malte durch meine Tränen hindurch", erzählt Gary in einem Interview mit der Daily Mail.

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Das Doodle Diary sei für ihn so etwas wie eine Therapie, sagt Gary.

Er malt, wie er und seine Kinder am ersten Abend nach Joys Tod gemeinsam vor dem Fernseher sitzen und die Serie "Strictly" gucken. Tochter und Sohn weinen bitterlich.

Er malt, wie er selbst am nächsten Abend zwischen Freunden sitzt und endlich auch seine Tränen laufen lässt.

Er malt, wie er am Abend ein Glas Wein genießt und dabei an Joy denkt. Wie er das Schlafen hinauszögert, weil das Bett der einsamste Ort der Welt geworden ist.

Gary hält fest, wie sich Trauer und Alltag allmählich ineinander weben. Wie er saugt und putzt und die Kinder zu Spielnachmittagen und zum Sport fährt. Wie er zwischen all den Müttern steht und seine Joy vermisst. Auch sie taucht immer wieder in seinen Bildern auf, in zarten Strichen und als guter Geist, der ihm Kraft gibt.

Die Bilder will er nun als Buch herausbringen, die Einnahmen sollen in einen Trust fließen, der das Bewusstsein für Blutvergiftung fördert. Wird sie früh genug erkannt, kann sie mit Antibiotika behandelt werden. Aber die Symptome – Fieber, Übelkeit, Schwindel – werden häufig fehldiagnostiziert. Gary will nicht, dass andere Familien so leiden müssen wie seine. Und er will die Erinnerung an seine Frau am Leben halten.


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