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  3. Tinder: George Downing fotografiert seine Dates und sucht die Liebe

Bild: George Downing

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Dieser Mann hat all seine Tinder-Dates im Schlafzimmer fotografiert

15.03.2016, 06:00 · Aktualisiert: 19.05.2016, 12:00

George Downings Kunst ist ein Appell an uns.

Wir könnten für jemanden kämpfen, uns für ihn einsetzen. Wir könnten uns jahrelang mit jemandem auseinandersetzen, ihm treu bleiben. Wir könnten die Schwächen des anderen akzeptieren lernen, ohne Ausreden leben, nur mit der Wahrheit.

Das wäre vielleicht echte Liebe und Intimität – genau das, was der australische Jungfotograf George Downing, 22, gerade versucht hat einzufangen. Mit seinem Projekt "Hosting" suchte er zwischen schnell wechselnden Partnern und kurzweiligen Tinder-Dates Nachhaltigkeit. Über Monate lud er die Männer, die er auf Tinder kennengelernt hat, zu sich nach Hause ein.

Fotostrecke: So intim kann Tinder sein

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Dort gab es Berührungen, Gespräche, Blicke, Sex. Downing fotografierte die Männer, jedes einzelne Date. Es habe ihnen sehr gefallen, sagt er bento.

Jetzt sind die Männer nicht mehr nur Telefonnummern und Tinder-Profile – Downing hat sie, ihre Haut und ihre Gesichter, unwiderruflich eingefangen.

Das Ergebnis: Die Fotos zeigen schnörkellos, wie verletzlich wir sein können. Nicht nur, weil die Protagonisten auf den Fotos nahezu nackt sind, sondern auch, weil deutlich wird, dass sie Gefühle haben: Sie wirken schüchtern oder nachdenklich, fast immer sehen sie einsam aus. Die Stimmung wirkt trotzdem ruhig, voller Zärtlichkeit.

"Auf Tinder bietet sich durchaus die Chance, die Liebe zu finden", sagt er. Man müsse sich aber eingestehen, dass es dafür manchmal weniger Eile und mehr Intensität brauche. Weniger Ich also, mehr Wir.

"Ich habe meinen Ex-Freund auf Tinder kennengelernt. Wir waren zwei Jahre zusammen. Er war ein Fremder, ein Profil in einer App. Daraus wurde so viel mehr", sagt Downing. "Tinder hat das alles vereinfacht."

George Downing fotografiert nicht nur seine Dates, sondern auch andere junge Menschen. Einen Einblick in seine Kunst gibt diese Fotostrecke:

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Auch, wenn es möglich ist, ständig auf der Jagd nach einem neuen Partner zu sein – so leben Dating-Apps es vor: Warum nicht mal innehalten? Tinder könne mehr, als nur One-Night-Stands organisieren, wenn man sich etwas Zeit nehme, sagt Downing. Die Aussage seiner Bilder: Wisse, mit den Menschen umzugehen – dann kannst du es auch mit Apps.

George Downing

  • ...lebt in Melbourne.
  • ...begann mit 16 zu fotografieren – und ließ es mit 19 kurzzeitig wieder sein, weil es ihn nervte, dass der Markt von Fotos beherrscht wird, die bearbeitet worden sind.
  • ...ist auf Tumblr.
  • ...und hat auch eine eigene Seite.

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