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Shakespeare kannst du jetzt auch in Emojis lesen

23.04.2016, 12:00 · Aktualisiert: 23.04.2016, 13:03

In der Schule hat Jamie Rector Shakespeare nicht verstanden. Als Grafikstudentin übersetzt sie ihn in Emojis.
Jamie Rector ist 23 Jahre alt, lebt in London und arbeitet als Grafikdesignerin.

Jamie Rector ist 23 Jahre alt, lebt in London und arbeitet als Grafikdesignerin.

Wie ist es denn möglich, Shakespeare in Emojis zu übersetzen – sind die Plots wirklich so einfach?

Jamie: Ich weiß, man würde das nicht denken, aber: ja! Es ist aber natürlich auch keine wörtliche Übersetzung, ich habe nur die wichtigste Handlung verbildlicht. Für meinen Job habe ich neulich noch mal versucht, ganze Zitate von Shakespeare zu übersetzen – das war viel schwieriger.

Ein kleines Rätsel zwischendurch: Welches Stück ist das? Ein Klick auf das Bild zeigt die Lösung.

Warum hast du dir ausgerechnet Shakespeare vorgenommen?

Ich habe nie viel gelesen und zum Beispiel Shakespeares "Der Sturm" in der Schule auch nicht so richtig verstanden. Die Sprache ist ja ziemlich veraltet. Meine Schwester Jo ist in sowas viel besser. Sie studiert Englische Literatur und hat mich inspiriert – und auch geprüft, ob die Emojis passen.

Ich habe mir dann schlussendlich drei große Dramen vorgenommen: Hamlet, Romeo und Julia und Macbeth. Für sie habe ich jeweils ein Cover und eine Rückseite entworfen, für die ich die Haupthandlung in Emojis dargestellt habe.

Wie hast du das genau gemacht?

Für die Frontseite habe ich circa 30 Emojis verwendet. Natürlich war ich dabei limitiert, weil es ja keine unendliche Auswahl gibt. Damit nichts rausfällt, habe ich Kombinationen verwendet. Das macht es natürlich auch schwieriger: Emojis sprechen einen auf der Gefühlsebene an, jeder interpretiert etwas anderes hinein.

Ich habe also versucht, eine Kombination zu verwenden, die ein Leser mit einer hohen Wahrscheinlichkeit genauso lesen würde wie ich. Das war bei Macbeth zum Beispiel schwierig: Dort spielen Vorhersagen und Prophezeiungen eine Rolle, die ich einbauen musste.

Und auf der Rückseite?

Dort wollte ich das Stück in nur einem Emoji zusammenfassen. Bei Romeo und Julia natürlich ein Herz, weil es um Liebe geht, für Macbeth, in dem es um Macht geht, eine Krone. Am besten hat mir Hamlet gefallen: Da habe ich einen Totenkopf benutzt – schließlich stirbt dort im Grunde jeder.

Magst du Shakespeare jetzt mehr?

Ich verstehe ihn zumindest besser! Ich glaube, die Emojis als Vereinfachungen sind eine ziemlich gute Möglichkeit, Menschen Zugang zu hoher Literatur zu geben.

Wer ist Jamie Rector?

Jamie Rector (23) lebt in London und arbeitet als Grafikdesignerin bei einem Magazin. "Shakespeare today", für das sie Shakespeare-Plots in Emojis übersetzt hat, war Teil ihres Studiums. Ihre Professoren waren davon begeistert – und Jamie erleichtert: Sie hatte nämlich ziemlich lange keinen Plan, was sie in ihrem Abschlussprojekt eigentlich machen sollte.