Bild: Panties Plea/Zeno Peterson

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In Südafrika hängen gerade 3600 schmutzige Unterhosen – als Zeichen gegen sexuelle Gewalt

29.11.2016, 10:45 · Aktualisiert: 29.11.2016, 10:45

3600 Frauen werden in Südafrika täglich vergewaltigt oder sexuell belästigt. Die Schätzung stammt aus einer medizinischen Studie von 2013.

3600.

Jenny Nijenhuis und Nondumiso Msimanga hat diese Zahl wachgerüttelt. Beide haben daher das Kunstprojekt "Dirty Laundry" gestartet. In den Straßen von Johannesburg haben sie genau 3600 getragene Höschen aufgehängt, die Unterwäsche soll beschmutzt aussehen, missbraucht. Die Öffentlichkeit sei dringend nötig: "Wir brauchen einen ehrlichen Dialog darüber, wie Vergewaltigung in Südafrika aussieht", sagt Jenny zu bento. Seit Freitag hängt die Unterwäsche, noch bis Anfang kommender Woche soll sie im Stadtbild sichtbar bleiben.

Fotos aus Johannesburg – So sieht die Aktion aus:

Panties Plea/Zeno Peterson
Panties Plea/Brett Skolmen
Panties Plea/Brett Skolmen
Panties Plea/Brett Skolmen
Panties Plea/Zeno Peterson
Panties Plea/Brett Skolmen
Panties Plea/Brett Skolmen
Panties Plea/Brett Skolmen
Panties Plea/Brett Skolmen
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Für ihr Projekt haben sich Jenny und Nondumiso über mehrere Monate mit Vergewaltigungsopfern und Opfern sexueller Belästigung getroffen. "Ihre Geschichten drängten ins Licht", sagt Jenny. Der Weg der Unterwäsche führt zu einer Kunsthalle, dort gibt es weitere Ausstellungen und Diskussionsrunden zum Thema.

Das Bewusstsein über sexuelle Gewalt sei da, sagt Jenny, aber viele Frauen würden sich nicht trauen, über ihre eigenen Erfahrungen zu reden.

"Viele Männer betrachten Frauen als ihr Eigentum und Sex als eine Art Grundrecht."
Jenny Nijenhuis

Das "Dirty Laundry"-Projekt begann bereits im Juni – damals noch als Aufruf, benutzte Unterwäsche einzuschicken. Auf einer eigenen Homepage riefen die Künstlerinnen Frauen aus Südafrika dazu auf, sich zu beteiligen.

Jenny Nijenhuis (rechts) und Nondumiso Msimanga

Jenny Nijenhuis (rechts) und Nondumiso Msimanga (Bild: Dirty Laundry/Zeno Peterson)

"Am Anfang wollte niemand mitmachen", sagt Jenny – zu intim, zu sensibel sei das Projekt. Am Wochenende, als die ersten Höschen hingen, beteiligten sich plötzlich immer mehr. Jetzt hätten sie knapp 800 zu viel.

"Viele fanden es zunächst lustig, als wir die Unterwäsche aufhängten", sagt Jenny. Als sie den Hintergrund erfuhren, habe das Lachen aufgehört.


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