Bild: Jennifer Lyon Bell

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Porno ohne Sexismus: Diese fünf Alternativen feiert der PorYes-Award

18.10.2015, 22:34 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:21

Porno? Yes! Aber bitte ohne Stereotype.

Porno ist mehr als weibliches Sexobjekt und männlicher Dauerständer. Porno kann und soll vielfältige Facetten von Lust zeigen – egal ob hetero, homo oder transgender. Um diesen Ansatz zu verbreiten, gibt es den "PorYes-Award"Am Samstagabend wurde er in Berlin an fünf Künstler verliehen, die sich mit ihren Filmen gegen Stereotype der Pornoindustrie wehren.


Porno an sich ist ja nichts Schlechtes; schlecht ist die Art und Weise, wie Sexualität dargestellt wird.
Laura Méritt

Die Initiatorin des Awards, Laura Méritt, sagt: "Wir wollen mit unserem Award auf Filme aufmerksam machen, die eine Alternative zu Mainstream-Pornos darstellen." Porno an sich sei ja nichts Schlechtes, sagt sie. "Schlecht ist die Art und Weise, wie in den meisten Pornos Sexualität dargestellt wird."

Der "PorYes-Award" will Filme auszeichnen, die einen alternativen Ansatz verfolgen – in denen Partner einvernehmlichen Sex haben, auch mal miteinander reden. "All die Sachen, die man im Mainstream-Porno nicht sieht, die aber spannend und informativ sind", sagt Méritt.

Feste Kategorien gibt es dabei nicht; jeder Preisträger steht für seinen eigenen Stil.

Die Preisträger

  • Gala Vanting (Australien) dreht BDSM-Filme, zeigt also Sexpraktiken, die oft unter dem Begriff Sado-Maso zusammengefasst werden. Außerdem benutzt sie Sprache als Element von Sex.

(Bild: Gala Vanting)

  • Jiz Lee (USA) bezeichnet sich als "genderqueer porn performer"; in Kategorien will sie sich nicht einordnen lassen. Inzwischen tritt sie auch in Mainstream-Pornos auf.
  • Buck Angel (USA) nennt sich selbst "man with a pussy" und zeigt in seinen Filmen Transgender-Sex. Den Organisatoren des "PorYes-Awards" zufolge gilt er als "absoluter Pionier", nicht nur für die Trans-Community.

(Bild: Buck Angel)

  • Goodyn Green (Berlin) ist eine dänische Fotografin, die in ihren Filmen queere Erotik einfängt. Sie erweitert die Palette an Weiblichkeit, indem sie zeigt, dass nicht jede Frau feminin aussehen muss.
  • Jennifer Lyon Bell (Niederlande) hat sich mit ihren Filmen auf das Genre des Slow Porn spezialisiert. Sie legt viel Wert auf die realistische Darstellung von Sexualität – Gefühle inklusive.

(Bild: Jennifer Lyon Bell)

Dass kein Deutscher oder keine Deutsche unter den Preisträgern ist, habe einen Grund, sagt Méritt: "Aufgrund der Gesetzeslage ist es hier sehr schwer, Pornos zu vertreiben."

Der "PorYes-Award" wird alle zwei Jahre vergeben; 16 Filmemacher wurden bereits ausgezeichnet. Die Bezeichnung "PorYes" und der sogenannte "sexpositiver Feminismus" geht dabei auf einen Flügel der Frauenbewegung zurück, der seit den siebziger Jahren existiert. Die Anhänger setzen sich für eine positive Darstellung von Sexualität und eine feministische Form von Pornografie ein.

Und die Auszeichnung? Alle Preisträger bekommen eine Auster, das Symbol von "PorYes".

Wie es beim Dreh eines feministischen Pornos zugeht, erfahrt ihr hier.