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Poetry-Slammer schreiben die besseren Bücher. Hier sind sieben Beweise

19.07.2016, 12:15 · Aktualisiert: 08.04.2017, 10:26

Lustig, lyrisch, sachlich, englisch.

Poetry Slam muss live sein. Das Genre lebt vom Rhythmus des Vortrags; vom leichten Zittern des Notizblattes, das der Künstler vor sich hält; vom Lachen, Klatschen und Dazwischenrufen des Publikums; von der Atmosphäre im Raum und dem Bier in der Hand. Wenn man all das abzieht, ist das kein Poetry Slam mehr, sondern, sondern…

…richtig gute Literatur! Zumindest manchmal. Denn die Qualitäten, die einen guten Slammer ausmachen – Mut, Sprachgefühl und Humor – gehen nicht verloren, wenn man die Texte zu Hause im Bett liest. Manchmal kommen sie so sogar noch besser zur Geltung. Wie bei den Texten der Autoren, die wir euch hier sehr empfehlen.

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Jan Phillip Zymny

Leuten, die Jan Phillip Zymny schon mal live gesehen haben, muss man sein Buch Henry Frottey - Sein erster Fall: Teil 2 - Das Ende der Trilogie nicht mehr empfehlen. Sie haben (wenn sie das Buch nicht schon besitzen) längst auf den Link geklickt und lesen das hier folglich auch gar nicht mehr.

Dem Rest von euch (Hi!) sei gesagt, dass Zymny wohl als lustigster Weirdo der deutschen Slammer-Szene gelten kann. Er war darum auch völlig zurecht schon zweimal deutscher Meister. Einen Vorgeschmack auf das Buch (beziehungsweise die ebenfalls sehr lustige DVD "Bärenkatapult“) gibt es hier im Video:

Lars Ruppel

Lars Ruppel ist auch so ein Fall. Ebenfalls doppelter deutscher Meister (einmal davon im Team), hat Ruppel sich mit epischen Gedichten einen Namen gemacht, in denen er Redensarten zu komplexen Geschichten ausdehnt und umdeutet – vom "alten Schweden" bis hin zum "lieben Herrn Gesangsverein“. In seinem Buch Holger, die Waldfee sind die besten dieser Werke versammelt.

Nora Gomringer

Nora Gomringer als Poetry-Slammerin zu bezeichnen, wird der Vielseitigkeit ihres Schaffens eigentlich nicht gerecht. Die Lyrikerin arbeitet multimedial, schreibt Opern-Libretti und Geschichten, für eine davon bekam sie 2015 den Ingeborg-Bachmann-Preis – eine der wichtigsten Auszeichungen der deutschen Literaturszene.

In Mein Gedicht fragt nicht lange reloaded sind einige ihrer besten Sprechtexte und Gedichte versammelt. Kleine Warnung: Die Texte sind nicht immer einfach. Ein wenig Geduld muss man schon mitbringen, wenn man komplett durchsteigen will. Lohnt sich aber.

Misha Anouk

Einfach der Abwechslung halber – und um zu zeigen, dass Slammer auch abseits von Fiktion und Poesie kreativ sein können – empfehlen wir hier mal ein Sachbuch.

In Goodbye, Jehova!: Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ berichtet Anouk mit viel Humor, wie es war, als kleiner Junge von Tür zu Tür zu gehen, um nichts ahnenden Leuten den "Wachturm" anzudrehen. Kein Geheimtipp (immerhin ein SPIEGEL-Bestseller), aber ein Tipp auf jeden Fall.

(Bild: Amazon)

Marc-Uwe Kling

Eine Liste über schreibende Slammer kommt an Marc-Uwe Kling und seinen Känguru-Chroniken nicht vorbei. Dabei kennt die Bücher doch eigentlich eh schon jeder, oder nicht? Sag bloß, du hast noch nie von dem sprechenden Kommunisten-Känguru gehört, mit dem Kling zusammenwohnt? Wo hast du denn gelebt die vergangenen Jahre??!!!11

(Bild: Amazon)

Kate Tempest

Du kennst die britische Spoken Word Poetin wahrscheinlich eher für ihre Musik: 2014 erschien Everybody Down, ein Auf-die-Fresse-Rap-Album mit brillantem Storytelling, das ihr eine Mercury-Preis-Nominierung einbrachte. Tempest ist nicht unbedingt lustig, besticht dafür aber mit Pathos und Lebensnähe.

Jetzt hat sie mit Worauf Du Dich verlassen kannst ihren ersten Roman geschrieben, der ihren Songs in Sachen Wortgewalt und emotionaler Kraft in nichts nachsteht.

Beckys Herz boxt sich aus ihrer Brust frei, rennt schreiend durch den Raum und beschmiert alle Wände mit Blut.

So was muss man erst mal schreiben. Oder lesen.

Und jetzt alle zusammen

Bei der Menge an guten Autoren fällt die Wahl natürlich schwer – vor allem wenn du zu dieser berüchtigten Gen Y gehörst, die sich eh nie entscheiden will oder kann. Darum gibt es hier so was wie die polyamouröse Beziehung unter den Slam-Büchern: Die Poetry-Slam-Fibel. (Weiß übrigens kein Mensch, wieso das Ding "Fibel" heißt. Ist vielleicht ironisch gemeint. Kann unmöglich verkaufsfördernd wirken. Zum Glück bewerben wir das hier.)

Das Buch vereint die absolute Spitzenklasse deutschsprachiger Slam-Akrobaten: Lars Ruppel und Nora Gomringer sind ebenso vertreten wie Sebastian 23, Gauner und die großartige Svenja Gräfen. Alle Texte handeln auf die eine oder andere Art von Sprache, sind sprachlich super und machen zumindest uns sprachlos.

(Bild: Giphy)

Genau.


Haha

Diese Bilder machen jeden fertig, der gerade keinen Urlaub hat

19.07.2016, 12:01

...sondern auf der Arbeit oder in der Uni festhängt.

Dieses Gefühl, wenn man jetzt wirklich nicht mehr will und wirklich nicht mehr kann und einfach nur noch raus will: weg von den Kollegen, Adieu liebe Profs, Tschüsschen Chef!

Es ist schlimm, wenn man Urlaub braucht, aber keinen hat. Noch schlimmer, wenn selbst das nächste Freibad oder der nächste Clubabend meilenweit entfernt scheinen. Diese Bilder machen dich fertig, aber du musst da jetzt durch.