Bild: Benjamin Von Wong

Art

Meerjungfrauen schwimmen in Plastik? Furchtbar schön!

05.01.2017, 18:14 · Aktualisiert: 08.01.2017, 17:40

Meerjungfrauen hassen Plastik

"Wie schön", das ist wohl der erste Gedanke, wenn wir die Bilder des kanadischen Fotografen Benjamin Von Wong anschauen. Aber Moment, was ist das eigentlich genau? Die hübsche Frau mit Fischflosse schwimmt in einem bunten Strudel aus... Plastikflaschen. Warum?

Eine auf Plastikflaschen gestrandete Meerjungfrau – ein Bild, das hängen bleibt. Und genau das möchte der Fotograf mit seinem Projekt #MermaidsHatePlastic erreichen: Mehr Aufmerksamkeit für ein sehr wichtiges Thema, das uns alle betrifft – die Verschmutzung unserer Meere durch Plastikabfall.

So schön sehen die Meerjungfrauen-Fotos aus:

Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
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10.000 Plastikflaschen hat Benjamin Von Wong für sein Kunstprojekt von einer Recyclingfirma ausgeliehen: Die Zahl, die ein durchschnittlicher Amerikaner in 60 Jahren benutzt.

Jede einzelne dieser Flaschen musste vom Etikett befreit, ausgespült und in eine große Halle gebracht werden, denn so viel Platz benötigte Von Wong für dieses Fotoshooting. Durch soziale Medien, Bekannte und die Lokalpresse seiner kanadischen Heimatstadt Montreal gelang es ihm schnell, viele Helfer von seiner Idee zu überzeugen. Ein Freund stellte die Lagerhalle zur Verfügung, eine Bekannte der Mutter schneiderte die Meerjungfrau-Flossen.

So ist #MermaidsHatePlastic entstanden:

Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
Benjamin Von Wong
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Mit dem Kunstprojekt hat Benjamin Von Wong auch eine Petition gestartet, mehr als 11.000 Unterschriften hat er bereits gesammelt. Jeder Unterzeichner verspricht, sich persönlich gegen die Verschmutzung unserer Meere zu engagieren; denn, ja: Jeder Einzelne kann etwas tun.

Change happens when individuals come together to fight for something they believe in. Will you join us?
Benjamin Von Wong

Wir alle wissen, dass Plastik schlecht für unsere Umwelt ist. Aber so richtig präsent ist das Problem trotzdem nicht in unserem Alltag. Es ist zu abstrakt, zu theoretisch, zu weit weg. Wenn du beim Einkaufen den Jutebeutel zu Hause vergessen hast, ist der Griff zur Plastiktüte zu bequem. Und auch eine kalte Cola vom Kiosk ist an einem heißen Sommertag extrem verlockend, der Weg zurück zur Pfandabgabe dafür umso anstrengender.

Benjamin und seine Frau in 20 Prozent der insgesamt 10.000 Plastikflaschen

Benjamin und seine Frau in 20 Prozent der insgesamt 10.000 Plastikflaschen

Wie schlimm ist Plastik wirklich?

Die Oberfläche unserer Erde ist zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt. Jedes Jahr gelangen rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Ozeane, das entspricht einer LKW-Ladung pro Minute. Im Nordpazifik gibt es einen Müllstrudel, der inzwischen so groß ist wie ganz Zentraleuropa.

Geht die Plastikproduktion weiter wie bisher, wird es 2050 mehr Plastik als Fisch in den Ozeanen geben, das erklärte die Ellen-MacArthur-Stiftung im vergangenen Jahr beim Weltwirtschaftsforum in Davos – und erregte damit viel Aufsehen (Studie als PDF). Das besonders Schlimme an Plastik ist: Die völlige Zersetzung kann bis zu 450 Jahre dauern. Wenn wir heute barfuß einen Strandspaziergang machen, haben wir neben Sandkörnern auch viele feine Plastikteilchen unter den Füßen.

Warum nutzen wir ein Material, das Jahrhunderte überdauert, für Einwegprodukte?

Seevögel und Meeresbewohner verwechseln die bunten Plastikteile immer wieder mit Nahrung, was häufig tödlich endet. Darüber hinaus landen die Plastikgifte durch die Nahrungskette letztendlich auch auf unseren Tellern und somit auch in uns. (WWF)

Was du tun kannst? Hier einige Tipps für den Alltag

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