Bild: Arvida Byström

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Das sind die Fotos, die Instagram verboten hat

30.03.2017, 17:22 · Aktualisiert: 31.03.2017, 16:22

Es gibt Fotos, die verbietet Instagram – solche mit pornografischem und diskriminierendem Inhalt und solche, die Gewalt oder entblößte Geschlechtsteile zeigen. So steht es in den AGB von Instagram.

Welche Darstellungen aber genau von dieser Regel betroffen sind und welche nicht, das entscheidet Instagram. Und löscht gegebenenfalls Bilder.

Der Nutzer bekommt dann eine Standard-Benachrichtigung mit der Information, dass ein Bild gegen die Richtlinien verstößt.

In der Instagram-Gemeinde sorgte das in der Vergangenheit schon für viel Ärger – so protestierten beispielsweise viele Nutzer unter #freethenipple dafür, dass die Darstellung eines nackten Körpers erlaubt sein müsse. Andere kritisierten, die Bilder würden wahllos herausgefiltert, ohne dass darauf immer verbotene Inhalte zu sehen seien.

Arvida Byström, 25 und aus Los Angeles, hat das selbst erlebt. Sie hatte bei Instagram ein Foto von sich hochgeladen, auf dem sie einen Bikini trägt – ohne, dass Brustwarzen oder Vagina zu sehen sind.

Trotzdem: Kurze Zeit später entfernte Instagram das Bild von ihrem Account. Arvida konnte nichts dagegen tun. Doch der Vorfall brachte sie auf eine Idee: "Sollten wir nicht all jene Bilder ehren, die gelöscht wurden, obwohl es gar nicht nötig war?"

Gemeinsam mit ihrer Freundin Molly Soda, 28, rief sie Nutzer dazu auf, gelöschte Bilder einzusenden. Dann entwickelten sie ein Buch, das genau die Bilder zeigt, die Instagram eigentlich verbannen wollte.

Es heißt "Pics or it didn't happen" – ein Einblick zum Klicken:

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Zu sehen ist: viel Nacktheit. Eine Frau liegt nur mit einer Unterhose bekleidet in einem Bett, auf einem anderen Bild zeigt jemand seine Narbe am Po.

Und auf dem nächsten hat sich ein Aktmodel positioniert. Doch es sind auch Fotos dabei, die nicht erahnen lassen, warum sie gelöscht wurden: ein abfotografierter Chat beispielsweise, in dem sich zwei Menschen über das Rasieren von Beinen unterhalten.

Nie sei auf all den Bildern etwas zu sehen, dass die Mitglieder der Insta-Gemeinschaft verletzen würde, sagen die beiden Autorinnen. "Wir haben die Bilder ausgewählt, bei denen man nicht erkennt, warum sie gelöscht wurden", sagt Molly.

Zu viel nackt, zu viel Kunst, zu viel für Instagram?

Zu viel nackt, zu viel Kunst, zu viel für Instagram? (Bild: Arvida Byström)

Das Buch soll zeigen, was Nutzer empfinden, denen ein Teil ihres digitalen Fotoalbums gelöscht wurde. Instagram reiße so ein Loch in private Sammlungen, sagt Molly. Denn manchmal seien die Fotos wie persönliche Erinnerungen.

"Pics or it didn't happen"

Das Buch erscheint am 31. März. Wenn du es hier bei Amazon kaufst, bekommt bento in manchen Fällen eine kleine Provision.

Was Instagram für gefährlich hält, sei den Künstlerinnen nicht klar: "Bei vielen Fotos haben wir uns gefragt, was genau daran jetzt gegen die Richtlinien verstößt", sagt Molly.

Natürlich gehörten Gewalt-Darstellungen nicht auf die Plattform – und sollten sie doch gepostet werden, gehörten sie gelöscht.

Ein Bikinifoto mit Schamhaaren wird wahrscheinlich gelöscht
Molly

Doch viele der entfernten Bilder seien einfach nur schön: "Die meisten Fotos zeigten Körper mit sich abzeichnenden Geschlechtsteilen, blanken Hintern, Schamhaaren oder Brustwarzen", sagt Molly. Würden diese Bilder gelöscht, suggeriere das, das Nacktheit nicht zu unserem Leben gehöre.

"Ein Bikinifoto, auf dem man Schamhaare sieht, wird zum Beispiel mit höherer Wahrscheinlichkeit gelöscht als eins ohne", sagt Molly. "Das sagt viel darüber aus, was das Unternehmen als normal und richtig empfindet."


Haha

Phantombild-Gate: Hat jemand diesen Bushido gesehen?

30.03.2017, 14:33 · Aktualisiert: 31.03.2017, 08:12

Die Polizei ist auf einer ganz heißen Spur.

Männlich, Vollbart, "südländisches Erscheinungsbild" und auch noch kriminell – das muss Bushido sein!

Das scheint sich ein Phantombildzeichner des niedersächsischen Landeskriminalamtes gedacht zu haben, als er eine Zeichnung für eine Fahndung anfertigen sollte. Denn die Polizei Stade sucht aktuell mit diesem Bild nach einem mutmaßlichen Räuber: