Bild: Antoine Repesse

Art

Diese Fotos zeigen, wie viel Müll wir wirklich produzieren

05.07.2017, 11:38

Ein typischer Morgen: Nach dem Aufstehen ins Bad, aufs Klo, dann unter die Dusche, Shampoo schon wieder leer. In der Küche gibt es Müsli, dazu Milch.

So beginnt für viele von uns der Tag – mit Müll. Wo und wann wir den produzieren, fällt uns meistens gar nicht auf.

Wie viel Abfall ein Mensch verursacht, zeigt die Fotoserie "#365 unpacked". Für das Projekt hat der französische Fotograf Antoine Repesse über vier Jahre lang seinen Müll nicht weggeworfen. Stattdessen sammelte und sortierte er ihn. Und er arrangierte ihn neu:

Antoine Repesse
Antoine Repesse
Antoine Repesse
Antoine Repesse
Antoine Repesse
Antoine Repesse
Antoine Repesse
Antoine Repesse
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In vier Jahren kommt ein gigantischer Berg an Klopapierrollen, Flaschen, Pizzakartons und Müsliverpackungen zusammen. Die Dinge kommen in dem Moment weg, in dem wir sie nicht mehr brauchen – und wir vergessen schnell wieder, was und wie viel wir entsorgt haben.

Wir sollten mal innehalten, uns vergegenwärtigen, dass wir wieder, wieder und wieder Abfall produzieren.

Wir haben Antoine gefragt, was ihn bewegt hat, diese Szenen zu arrangieren und dann zu fotografieren.

Wieso hast du angefangen, deinen Müll zu sammeln?

Eigentlich ist das Projekt entstanden, als ich anfing, selbst zu kochen. Ich bin ein sehr schlechter Koch und habe früher ständig Tiefkühlkost gegessen – die nicht nur ungesund ist, sondern auch zu viel verpackt ist.

Irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich zweimal für die Verpackung zahlen soll: Einmal, wenn ich das Produkt kaufe, und dann noch einmal für die Müllabfuhr und das Recycling.

Und dann?

Habe ich begonnen, alle recyclebaren Material zu behalten: Plastik, Metall, Glas und Papier. Ich habe alles sortiert und in meiner Wohnung aufbewahrt – die ist zum Glück sehr groß.

Dieser Trailer zeigt, wie die Aufnahmen entstanden sind:

Was möchtest du bewirken?

Ein Umdenken, hoffentlich. Uns wird oft erzählt, wie viel Müll wir produzieren. Aber ich denke, dass Bilder eine sehr viel stärkere Wirkung haben als Worte. Mit meiner Arbeit wollte ich dem Thema eine ästhetische Dimension geben,indem ich etwas Vollkommenes schaffe, dem ich ein verstörendes Element hinzufüge.

Hat sich dein eigener Umgang mit Müll dadurch verändert?

Ja, die Arbeit daran hat mich wirklich mitgenommen. Physisch, weil ich vier Jahre damit gelebt habe. Und intellektuell, weil es ein wichtiges Thema ist. Es ist nun viel schwieriger zu ignorieren, dass wir für den Müll verantwortlich sind.

Was passiert jetzt mit dem ganzen Müll von deinen Fotos?

Mir war es wichtig, dass alles recycelt wird. Teile des Mülls habe ich deshalb einem Künstler gegeben, der für seine Arbeit Tetrapacks verwendet. Die Getränkedosen gingen an eine Organisation, die auf Müllvermeidung aufmerksam macht. Den Rest habe ich zum Recyclinghof gebracht.


Today

G20 in Hamburg: Hunderte Polizisten stören Demonstranten beim Biertrinken

05.07.2017, 09:04

Was ist passiert?

Am späten Dienstagabend standen in Hamburg Hunderte Polizisten biertrinkenden Demonstranten gegenüber. Über Facebook hatten sich Hunderte zum "Massencornern" in St. Pauli verabredet – mit einem Feierabendbier auf der Straße wollten sie gegen G20 demonstrieren. 

Das Polizeiaufgebot war groß – die Demonstration verlief jedoch weitestgehend friedlich.  Am späten Abend setzte die Polizei auch Wasserwerfer ein, um eine Straßenblockade aufzulösen. Zu größeren Auseinandersetzungen kam es jedoch nicht.