Bild: Elif Kücük

Art

Wie diese Künstlerin gegen Klischees und Stereotype anzeichnet

22.09.2016, 18:00 · Aktualisiert: 23.09.2016, 13:26

"Es ist gut, dass wir so unterschiedlich sind."

Verschleierte Männer, Frauen mit Damenbart: Die Illustratorin Moshtari Hilal spielt in ihren Bildern mit Geschlechterklischees und westlichen Stereotypen, mit Rassismus, Identität und Schönheitsidealen.

Im Alter von zwei Jahren flüchtete Moshtari mit ihrer Familie aus Afghanistan, heute studiert die 23-Jährige Islamwissenschaften und Politikwissenschaft in Hamburg.

Wir haben mit Moshtari über ihre Zeichnungen gesprochen.

Moshtaris Illustration in der Slideshow:

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Viele deiner Zeichnungen zeigen Gesichter. Warum?

Ich habe den Eindruck, dass die Medienlandschaft von den immer gleichen Schönheitsidealen überflutet wird, manche Gesichter jedoch nie auftauchen. Mich interessieren gerade diese unsichtbar gemachten Gesichter.

Nach deinem Abitur bist du nach Kabul gereist, um die Kunstszene kennenzulernen. Viele deiner Arbeiten sind Selbstbildnisse. Ist deine Arbeit autobiographisch?

Ja, ich arbeite sowohl mit meiner eigenen als auch mit meiner Familienbiografie. Sich selbst ins Zentrum der Arbeit zu stellen, finde ich politisch. Gerade weil ich das Gefühl habe, dass die Gesellschaft von mir Assimilation und Anpassung fordert.

Früher fehlten mir Bilder, mit denen ich mich identifizieren konnte. Die Bilder, von denen ich umgeben war, hatten nichts mit mir oder meiner Lebenswirklichkeit zu tun. Deshalb möchte ich alternative Illustrationen produzieren, die Themen behandeln, die mich interessieren. Ich zeichne Menschen, die normalerweise nicht abgebildet werden, die ich im Alltag jedoch tagtäglich sehe.

Was bedeutet Identität für dich?

Ich glaube, dass Identität etwas sehr Dynamisches ist. In meinen Zeichnungen möchte ich zeigen, wie komplex Identität sein kann. Im besten Fall werfen meine Bilder mehr Widersprüche auf, als dass sie Antworten geben. Ich möchte dafür sensibilisieren, dass unsere Umwelt komplizierter ist, als wir auf den ersten Blick vermuten. Und dass es gut ist, dass wir so unterschiedlich sind.

Meine Illustrationen behandeln persönliche Erfahrungen und Erinnerungen. Da gehört, neben vielen anderen Teilaspekten meiner Identität, natürlich auch mein muslimischer Hintergrund dazu und der Ort, wo ich geboren wurde.

Ist deine Kunst feministisch?

Ich bin Feministin, also ist auch meine Arbeit feministisch. Die Kategorie Frau wird viel zu eng gefasst. Ich möchte ein breiteres Verständnis von Weiblichkeit und Schönheit schaffen, in dem zum Beispiel auch Körperbehaarung oder Androgynität normal ist.

Ich glaube, dass wir uns darüber bewusst sein müssen, dass unser Schönheitsbild kommerziell, historisch und politisch beeinflusst wird. Nur solange gewisse Schönheitsideale aufrechterhalten werden, verkaufen sich Beauty-Artikel wie Bleeching-Produkte.

Auch unser Selbstbild wird dadurch beeinflusst. Mein eigenes Gesicht habe ich erst verstanden, nachdem ich es immer und immer wieder gezeichnet hatte. Erst nachdem ich mich intensiv damit auseinandergesetzt habe, habe ich mein Gesicht lieben gelernt.

Ich möchte Bilder von Frauen zeigen, die anders aussehen und mit denen man sich identifizieren kann, besonders wenn einem die Bilder in den Mainstream-Medien nichts sagen.

Hier kannst du Moshtari auf Tumblr und Instagram folgen.


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Klar, niemand glaubt, dass solch ein Gespräch nicht im Vornherein durchgeplant wird. Und ebenfalls klar: Hillary Clinton hat ein Problem mit den Sympathiewerten und muss nun, so kurz vor der Wahl am 8. November, stark daran arbeiten.

Trotzdem sind die Interviewfragen teilweise so an der Grenze des guten Geschmacks, dass es eine Freude ist. Beispiel gefällig?