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12 Bücher, die du nur besitzen solltest, um damit anzugeben

15.10.2016, 10:10 · Aktualisiert: 08.04.2017, 10:22

"Na, klar hab ich die alle gelesen!"

Kennst du das: Du kommst zu jemandem nach Hause und da steht ein gigantisches Bücherregal voll mit wichtigen Schinken und du denkst dir: "Wow, der muss krass gebildet sein, der Typ"? Willst du, dass Leute das auch mal über dich denken? Das geht jetzt!

Alles, was du tun musst, ist dir die Bücher auf dieser Liste in absurden Liebhaberausgaben kaufen und in dein Billy-Regal stellen.

Und damit du das olle Zeug nicht auch noch lesen musst, liefern wir dir hier schon alles Nötige, damit du gut durch den entsprechenden Smalltalk kommst:

Homers Odyssee (mit der Ilias im Schuber!)

Do: "Muss man gelesen haben! Schon allein, um James Joyce zu verstehen! Meine Lieblingsstelle ist auf jeden Fall der erste Satz! Moment, ich kann das zwar auswendig, aber nur, um ganz sicher zu gehen (auf Seite 1 nachschlagen):

"Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung,
Vieler Menschen Städte gesehn, und Sitte gelernt hat,
Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft."

"Wunderbar, wie das von der Zunge geht!“

Don’t: "Muss jeder echte Simpsons-Fan gelesen haben, würde ich sagen."

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Thomas Mann: Buddenbrooks

Neben den Buddenbrooks hat Thomas Mann auch den Zauberberg geschrieben. Findest du beides ganz nett, aber etwas outdatet. Achtung: Thomas' Bruder Heinrich Mann und die Kinder Golo Mann, Klaus Mann, Erika Mann und Monika Mann haben auch Bücher geschrieben. Bring die nicht durcheinander und mache dich auf gar keinen Fall über den Namen Golo lustig ("YOLO Mann")!! Auch wenn er es natürlich verdient hätte.

Plato: Das Gastmahl (ledergebunden, klar)

Achtung: Kein Kochbuch! Das Gastmahl besteht aus einem philosophischen Gespräch über Erotik und Liebe. Dein Lieblingsredner im Buch ist nicht Sokrates (zu Mainstream), sondern Alkibiades. Der kommt erst zum Schluss zu Wort – so beweist du, dass du das Ding tatsächlich zu Ende gelesen hast. Außerdem bewunderst du ihn für seine Bescheidenheit und kannst dich mit seinem Hang zum Hedonismus identifizieren. Glaub uns einfach.

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Kant: Gesamtausgabe

Von Kant musst du den Kategorischen Imperativ kennen: "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." Ansonsten kannst du labern, was du magst. Das hat nämlich niemand auf der Welt wirklich gelesen. Niemand. Die bluffen alle nur.

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Friedrich Nitzsche: Kritische Studienausgabe in 15 Bänden

Do: "Gott ist tot."

Don’t: "Der Gärtner hat ihn in der Küche mit dem Kerzenständer erschlagen."

Affiliate-Links. Was ist das?

Wir haben in diesem Text sogenannte Affiliate-Links gesetzt. Das heißt: Wenn jemand auf einen Link im Artikel klickt, und das Produkt in dem Online-Shop tatsächlich kauft, bekommen wir in manchen Fällen eine kleine Provision.

Freud: Gesammelte Werke

Du findest Freud interessant, wenn auch stellenweise allzu unwissenschaftlich, und du bist dir bewusst, dass er vor dem Hintergrund seiner bürgerlichen Herkunft gelesen werden muss. Du weißt auch, dass laut Freud alle Männer mit ihren Müttern schlafen wollen, und alle Frauen mit ihren Vätern, fragst dich aber schon länger, wie das wohl bei genderqueeren Menschen ist.

Den Film Eine dunkle Begierde hast du nicht gesehen.

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Kafka: Gesammelte Werke (12 Bücher im schicken Schuber)

An Kafka gefällt dir vor allem das Kafkaeske. Davon kannst du gar nicht genug kriegen.

Shakespeare: Sämtliche Werke

Don’t: Auf gar keinen Fall darfst du beim Thema Shakespeare "To be or not to be" zitieren – das ist das sicherste Zeichen dafür, dass du noch nie auch nur ein Wort von ihm gelesen hast. Wenn du das Zitat trotzdem bringst, kannst du deine ganzen schönen Bücher nachher wegwerfen – die Tarnung ist endgültig aufgeflogen.

Do: Wenn bei dir zu Hause jemand Shakespeare anspricht, streichst du über den Buchrücken deiner gesammelten Tragödien, seufzt: "Ahhhh, the eternal bard!" und zitierst irgendwas aus Richard III oder Titus Andronicus. Egal was.

Don’t (2): "O Romeo, Romeo! Wherefore art thou Romeo?" ist auch so’n Fall. Kann man schon zitieren, muss man sich aber nicht wundern, wenn einen die Leute so angucken:

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Irgendwelche dicken Russen

Mit russischen Autoren Eindruck zu schinden, will gelernt sein. Mit Bulgakows Der Meister und Margarita holst du keinen Professor hinterm Ofen hervor – das hat aus ungeklärten Gründen absolut jeder zu Hause. Dostojewski und Tolstoi sind schon besser geeignet. Wenn du aber richtig auf den Putz hauen willst, dann stell dir Anton Tschechow ins Regal: Das ist alles so god damn deep and depressive, dass sich Literaturstudenten jeden Geschlechts die Kleider vom Leib reißen.

Goethes Faust (mit Lithographien von Eugène Delacroix)

Zum Faust musst du nichts wissen. Das hat nämlich fast jeder in der Schule gelesen und dann wieder komplett vergessen, weshalb das nie jemand ansprechen wird. Alles von Schiller, Lessing und Brecht dito.

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Günter Grass: Die Blechtrommel

Schau dir den Film an, dann kommst du klar. Stolz und Vorurteil dito. (Der Film ist auch mit Keira Knightley. Das Buch nicht.)

Charles Dickens: Große Erwartungen

Mit diesem Witz kommt die Menschheit seit hundert Jahren drum herum, tatsächlich über den Roman sprechen zu müssen:

Sagt der Eine: Hast du "Große Erwartungen" gelesen?
Sagt der Andere: Ja.
Sagt der Erste wieder: Und? Wie fandest du es?
Sagt der Andere: Hatte mir mehr davon erhofft.

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David Foster Wallace: Unendlicher Spaß

Ehrlich gesagt: Dieses Buch solltest du wirklich lesen. Nicht, dass man es gelesen haben müsste, um als intellektuell zu gelten. Dass kaum jemand über die ersten 50 Seiten rausgekommen ist, kann als Running Gag selbst unter Literaturprofessoren gelten. Es ist beinahe schon unschick, das 1000-Seiten-Teil tatsächlich durchgearbeitet zu haben.

Aber es lohnt sich. Es lohnt sich wirklich. Mehr als Kafka? Mehr als Nietzsche? Mehr als Grass? Lest es einfach!

Was du dagegen auf keinen Fall bei dir stehen haben solltest:

So, jetzt musst du dir nie wieder Sorgen machen, wenn deine ultragebildeten Professorenfreunde vorbeikommen. Spieß schon mal Trauben und Käse auf Zahnstocher und lass den Humidor warmlaufen!


Trip

Was du im Herbst nur in München erleben kannst

14.10.2016, 18:41 · Aktualisiert: 15.10.2016, 10:52

Herbst in München? Oktoberfest, Bier, Riesenrad, klar! Aber was tun, wenn die zwei Wochen Wiesn vorbei sind? Dann ist immer noch ganz schön lange Herbst – und in München wird es wunderschön.

Diese Dinge kannst du im Herbst nur in München erleben: