Bild: Marvel/DC/Contentkaufmann; Montage: bento

20.05.2018, 09:30 · Aktualisiert: 19.05.2018, 16:44

Nicht nur die Kostüme können bunt sein!

Das Kino ist derzeit voller Helden. Und ein Ende ist (derzeit) noch lange nicht in Sicht. Seit einigen Jahren schon bauen die Comic-Verlage Marvel und DC eigene Kino-Universen auf, in denen sie ihre bekanntesten Superhelden mal mit-, mal gegeneinander kämpfen lassen.

Allerdings sind viele dieser Helden: weiß, männlich, heterosexuell.

Egal, ob Batman und Superman auf der einen Seite oder Iron Man, Captain America und Thor auf der anderen – Diversität gibt es bei den Kino-Epen nur wenig.

Nun ändert sich das langsam. Im vergangenen Jahr feierte "Wonder Woman" als weibliche Heldin riesige Erfolge, gerade macht es ihr mit "Black Panther" ein afrikanischer Held nach.

Jetzt hat "Black Panther"-Regisseur Ryan Coogler gesagt, er würde gerne mehr schwarze Heldinnen in Hauptrollen sehen (bento). Und Marvel-Chefproduzent Kevin Feige hat angedeutet, "Pläne" für seine erfolgreichste muslimische Superheldin zu haben (bento).

Dann würde im Kino endlich gezeigt, was in den Comics schon seit Jahren Realität ist: vielfältige und queere Helden.

Hier sind X Charaktere, die erfrischend anders sind:

1.

Kamala Khan alias "Ms. Marvel"

(Bild: Marvel)

In den Comics können hinter einer Identität immer mehrere reale Menschen stecken. Ms. Marvel war seit 1968 Carol Danvers, eine blonde, ziemlich amerikanische Kampfpilotin. Sie war der Versuch von Marvel, endlich starke Frauen in Heldenrollen zu bringen. Seit Ende 2013 trägt den Titel jedoch Kamala Khan – eine quirlige 16-Jährige aus New Jersey.

Kamalas Eltern sind pakistanische Einwanderer, ihr Bruder ein strenggläubiger Salafist. Sie muss betteln, ob sie abends zum Schulball darf, mit ihren Freundinnen redet sie über Kopftücher, der Moscheebesuch nervt sie. Als Kamala auch noch Superkräfte bekommt, ist das Chaos perfekt. Ihr erstes Heldenoutfit bastelt sie aus ihrem verhassten Burkini.

Kamala Khan ist ein perfektes Symbol für junge Frauen, die zwischen mehreren Identitäten feststecken – und damit die perfekte Ms. Marvel für das neue Jahrhundert.

2.

Miles Morales alias "Spider-Man"

(Bild: Marvel)

Auch Spider-Man gibt es mehreren Ausführungen. Lange war es der weiße Sunnyboy Peter Parker, 2011 übernahm Miles Morales die Rolle der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft.

Miles Mutter hat lateinamerikanische Wurzeln, sein Vater afroamerikanische – was Miles selbst zum Role Model für die schwarze Community machen soll. Seine Schöpfer sagen, der Schauspieler und Rapper Donald Glover alias "Childish Gambino" habe sie inspiriert. (USA Today)

Miles hat genau die gleichen Kräfte wie sein Vorgänger Peter Parker: also "Spinnensinne", übermenschliche Kraft und die klebrigen Spinnenfäden. Anders als er hat er aber auch noch mit dem Leben als junger Schwarzer in einer von weißen geprägten Gesellschaft zu kämpfen.

Fans wollen ihn schon lange auf der Leinwand sehen, Ende 2018 kommt nun immerhin erst mal ein Animationsfilm. Das ist der wirklich exzellente Trailer:

3.

Riri Williams alias "Ironheart"

(Bild: Marvel)

Iron Man war immer ein großmäuliger, sehr reicher und sehr extrovertierter Mann – Tony Stark. Seit 2016 führt ein schüchternes, junges schwarzes Mädchen die Heldenidentität fort – Riri Williams.

Riri wuchs in Chicago auf, ist hochbegabt und an Technik interessiert. Sie baut ihre eigenen Rüstungen, wird früh als Studentin am MIT zugelassen. Irgendwann wird Tony Stark auf sie aufmerksam und unterstützt sie.

Als er nach den Ereignissen von "Civil War" ins Koma fällt, führt sie sein Vermächtnis fort. Im selbst gebauten Anzug als "Ironheart".

4.

Alan Scott alias "Green Lantern"

(Bild: DC)

"Green Lantern" gehört zu den ältesten Helden des Verlags DC. Er ist ein ganz normaler Mensch, der auserwählt wird, Teil einer intergalaktischen Schutzpolizei zu werden – ein Ring am Finger verleiht ihm seine magisch wirkenden Kräfte.

Den Ring hatte lange Hal Jordan am Finger, später Alan Scott. Und der ist seit 2012 offiziell schwul. Ein richtiges Coming Out brauchte er gar nicht, seine Homosexualität haben die Autoren so entspannt wie selbstverständlich in den Plot geschrieben.

Nach einer seiner Heldentaten kehrt er heim. Und küsst seinen Freund. "Er ist immer noch der Charakter, der er war", sagt Schreiber James Robinson über ihn. "Er ist ein Vorbild in Sachen Mut und Idealismus. Und schwul ist er auch." (NY Post)

Und noch einen anderen "Green Lantern" könnte DC gerne umsetzen: Simon Baz, ein Libanese – und wohl der prominenteste Muslim in der Heldenriege des Verlags.

5.

America Chavez alias "Miss America"

(Bild: Marvel)

Miss America gehört zu Marvels ältesten Heldinnen, es gibt sie seit 1943, und sollte eine Art Gegenstück zu Wonder Woman werden. Hinter der Maske steckte lange die blonde Madeleine Frank – seit 2011 tritt auch America Chavez unter der Identität auf.

Sie ist eine US-Latina und queer. Und hat eine große Klappe. 2017 startete ihre eigene Comic-Serie, mit dem simplen Titel "America". Und eine wichtige Szene zeigt direkt: In einer Zukunftsvision übernimmt sie als erwachsene Frau sogar die Rolle von "Captain America".

Wenn Marvel sein Kino-Universum verjüngen will, wird Schauspieler Chris Evans die Rolle als Captain sicher bald abgeben. Die Frage ist, ob das Schild dann von einem anderen Kerl übernommen wird – oder aber von Chavez.

6.

Amadeus Cho alias "Hulk"

(Bild: Marvel)

Auch der Hulk hat mehrere Identitäten. Das Original: Bruce Banner, ein genialer Wissenschaftler, der mit Gamma-Strahlen das Monster in sich entdeckte. Die neuste Version: Amadeus Cho, ein Mathe-Genie aus Arizona mit koreanischen Wurzeln.

Er freundet sich mit Banner an und will ihn von dem Alter Ego Hulk befreien. Das geht aber schief – die Kräfte wandern auf Cho über. Anders als Banner hat er das grüne Monster in sich aber unter Kontrolle. Er bleibt mental stabil und kann die rohe Kraft so für sich nutzen.

Cho/Hulk wird so zum guten, intelligenten Monster, ein Abgesang auf die einstige Kampfmaschine.

7.

Robert Drake alias "Iceman"

(Bild: Marvel)

Die Mutantengruppe X-Men war schon immer Marvels Antwort auf den Rassismus in den USA. Kein Wunder, die Serie wurde einst von jüdischen Einwanderern geschrieben, die vor den Nazis flohen. Ausgrenzung kennen die Autoren wie ihre Figuren in den Comics.

Das wird auch heute noch verhandelt. Ein Charakter, der mit seiner Identität und den Reaktionen darauf umgehen muss: Robert Drake alias "Iceman". Er kann Wasser gefrieren lassen und sich in Eis verwandeln. Außerdem ist er schwul.

Seine Homosexualität wurde erstmals 2015 bekannt – erst zwei Jahre später aber auch deutlich gezeigt. Dann bekam Iceman erst seinen Kuss im Comic (bento), dann auch eine eigene Comic-Reihe. Gut, wenn das auch auf der Leinwand passiert.

Honorable Mention: "ASH" und "LDH"

(Bild: Contentkaufmann)

Hinter den Abkürzungen verbergen sich die "Austrian Super Heroes" und die "Liga deutscher Helden". Die Teams werden von deutschsprachigen Comic-Autoren seit 2016 in eigenen Comics auf Gegner losgelassen – mit Helden wie "Lady Heumarkt", dem "Bürokrat" und dem "Jeck".

Als Kontrast zu überladenen und übermächtigen US-Teams wie den Avengers und der Justice League ist das erfrischend anders und erfrischend albern. Vielleicht ist bald auch die Zeit für deutsche Helden im Kino!


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