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"Plakastrophe": Das sind schon jetzt die besten Protestplakate zu G20

02.07.2017, 12:49 · Aktualisiert: 02.07.2017, 14:22

Durch Hamburg verlaufen ab dieser Woche tiefe Gräben. Am 7. und 8. Juli findet der G20-Gipfel mit mehreren Staats- und Regierungschefs mitten im Stadtzentrum statt. Rings herum organisieren Aktivisten und Gegner Demonstrationen und Proteste – die erste "Protestwelle" steigt bereits am Sonntag.

  • Die einen sagen: Es ist wichtig, dass die G20-Länder zusammenkommen, um sich über eine bessere Welt zu beraten.
  • Die anderen sagen: Es wäre viel wichtiger, den Armen eine Stimme zu geben, um die Welt wirklich gerecht zu machen.

Und Holger sagt: 

"Wir alle sollten uns fragen, welche Verantwortung wir als Einzelne haben."

Holger Markewitz-Peters leitet gemeinsam mit Philip Braun das Designbüro "giraffentoast". Und hatte vor einem Monat einen Aufruf unter Grafikdesignern gestartet: Entwerft euer G20-Protestplakat. 

"Als Designer machen wir ständig Werbung für große Unternehmen", sagt Holger. Und plötzlich sei dieser riesige G20-Gipfel mitten in der Stadt. "Da dachten wir uns: Sollten nicht auch Designer Haltung beziehen?"

Die Aktion nannten sie "Plakastrophe" – und mehr als 100 Designer antworteten. Das sind einige der besten Protest-Poster:

Remo Pohl
William Takashi Ahrend
Philip Jones
Paula Partzsch
Philip Braun
Niels Kalk
Holger Markewitz-Peters
Jens Uwe Meyer
Franjo Draguljic
Bastian Seever
Cathrin Hoffmann
1/12

Von den mehr als 100 Einsendungen haben Holger und Philip 20 Plakate ausgewählt und drucken lassen. Zum Teil hängen sie bereits im Hamburger Schanzenviertel und in St. Pauli. Alle Plakate werden auf der Ausstellung "La Grande Plakastrophe" am Donnerstag in Hamburg gezeigt.

Wie man die Welt verbessern könne, bewege viele, sagt Holger. Aber nicht jeder wolle selbst auf die Straße gehen oder politisch aktiv werden. Die Plakate zeigen daher, wie Kritik auch möglich ist – als kreativer Aufruf im öffentlichen Raum. Ihn wundere daher auch nicht, dass sich viele Firmen und Marken immer politischer äußern.

"Klar ist das immer eine Gratwanderung", sagt Holger, ein bisschen Haltung, ein bisschen PR. 

Nicht immer sei klar, was überwiegt. Das Hamburger Unternehmen Fritz Cola plakatiert zum Beispiel derzeit verschlafene Erdogans, Putins und Trumps in der Stadt:

Solche Aktionen müsse man immer von Fall zu Fall bewerten, sagt Holger. "Aber grundsätzlich ist es doch gut, wenn ein Werbeetat eher für eine gute politische Botschaft als nur für den Satz 'Schmeckt lecker' verwendet wird."

Die eingesendeten Poster bei der Aktion "Plakastrophe" hätten sich vor allem für positive politische Botschaften entschieden. Zwar habe es Designer gegeben, die vor allem Wut zum Ausdruck brachten – und ja, viele hatten sich Trump als Thema geschnappt. 

Aber die große Mehrheit der Designer sei G20 gegenüber gar nicht negativ eingestellt.

Viele hätten versucht, positive Aspekte des Gipfels herauszuarbeiten, sagt Holger. "Da ging es dann oft um konstruktive Ideen, um Diskurse und um Dialog." 

Ein Plakat zeigte das besonders. Es erinnert daran, dass wir in einer globalisierten Welt leben – und nicht nur die 20 wirtschaftlich stärksten Länder entscheiden sollten, wie es mit deiser Welt weitergeht:

(Bild: Nina Puri, Holger Bultmann)


Gerechtigkeit

Hunderttausende syrische Flüchtlinge kehren in ihre Städte zurück

02.07.2017, 12:12

Das ist aber nur ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Die Syrer kehren in ihre Städte zurück. Seit Anfang 2017 sind nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 440.000 Menschen in ihre Städte und Dörfer gereist. Dabei handelt es sich um Flüchtlinge, die im Land selbst auf der Flucht waren. 

Aber auch aus den Nachbarländern kehrten 2017 nach Uno-Angaben etwa 30.000 geflohene Syrer zurück – vor allem aus der Türkei. Insgesamt seien seit 2015 knapp 300.000 Syrer aus den umliegenden Ländern zurückgekehrt.