Bild: David Weightman

12.02.2018, 18:07 · Aktualisiert: 13.02.2018, 08:56

Jahrzehntelang verheiratete Ehepaare verraten es.

Lächelnde Braut, weißes Kleid, stolzer Bräutigam, Arme um die Taille: So sehen die typischen Hochzeitsfotos aus. Doch die Bilder, die der Fotograf David Weightman macht, sehen anders aus.

Denn den Fotografen aus England interessieren die Geschichten hinter den Paaren. Für sein Fotoprojekt "The Secret" suchte er auf Hochzeiten nach den Paaren, die am längsten verheiratet sind. Meistens waren das die Großeltern der Braut oder des Bräutigams.

David fotografierte die Männer und Frauen einzeln und fügte ihre Portraits anschließend mit Photoshop wieder zusammen.

Mit Farbe, Kreide und Tinte bearbeitete er die Fotos – jetzt sehen sie aus wie moderne, nicht ganz fertige Gemälde. Für David spiegelt diese Unvollkommenheit die Beziehung der Ehepaare wider: Auch Ehen, die bereits über 50 Jahre halten, sind eine Beziehung, die sich immer noch weiter entwickelt, so die Botschaft.

Aber was ist nötig, damit es so lange hält? David ließ die Paare erzählen. Sie verrieten ihr Geheimnisse der Liebe:

Judith & Alan – seit 47 Jahren verheiratet

(Bild: David Weightman)

Alan: "Unser Geheimnis ist die emotionale Intelligenz, zu bemerken, dass es Kompromisse braucht, um mit einem anderen fühlenden Wesen zusammenzuleben. Die Energie und Entschlossenheit, um für die Kompromisse zu kämpfen, die beide akzeptieren können. Die Überzeugung, dass – obwohl wir beide mit der nervigsten Person zusammenleben, die wir uns vorstellen können – alle Alternativen schlimmer wären.

Die Erkenntnis, dass wir, wenn wir Vorbilder für unsere Kinder und Enkelkinder sein wollen, Unterschiede annehmen müssen und zeigen müssen, dass Konflikte sich konstruktiv lösen lassen. Und die physische Stärke, lang genug zu leben."

Judith: "Das Geheimnis für eine lange, glückliche Ehe ist, allein viele unterschiedliche Dinge zu tun, damit beide neue Ideen und Interessen mit in die Beziehung bringen können. Unterschiedliche Meinungen sind gut, um den anderen auf Trab zu halten."

Joyce & James – seit 66 Jahren verheiratet

(Bild: David Weightman)

Joyce: "Toleranz, Geben und Nehmen. Und ein Gute-Nacht-Kuss am Ende des Tages, egal, wie viel gestritten wurde."

James:"Das tun, was mir gesagt wird."

David Weightman
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Les & Fay – seit 51 Jahren verheiratet

(Bild: David Weightman)

Die beiden sagen: "Geht gemeinsam durch die harten Zeiten und genießt die guten Zeiten. Du bist nur einmal hier, das ist keine Generalprobe, also genieß es."

Michael & Elizabeth – seit 33 Jahren verheiratet

Michael: "Wie kann man jemanden wirklich kennen, bis man mit ihm zusammen gelebt hat?
Es gibt aber drei wichtige Dinge zu beachten: erstens, das Physische, viel Sex, besonders am Anfang. Zweitens: Kinder. Etwas Einzigartiges, das nur ihr beide teilt. Das ist harte Arbeit. Es braucht einen Sinn für Verantwortung und ein Sinn für Humor schadet auch nicht. Besonders, wenn es wirklich mal schrecklich wird.

Drittens: Glück. Wenn die Kinder erwachsen sind – mag man sich dann noch? Willst du reisen, neues Essen ausprobieren? Sorgt ihr euch noch umeinander, wenn ihr älter werdet? Wenn dem so ist, dann funktioniert es!"


Mehr von Davids Arbeit findest du auf seiner Website "Married To My Camera".


Today

"Die jüngste Schnapsleiche war zwölf Jahre alt": Das erleben Sanitäter an Karneval

12.02.2018, 16:57

In der Serie "Das anonyme Job-Protokoll" erzählen Menschen ganz subjektiv, was ihren Job prägt – ob Tierärztin, Staatsanwalt oder Betreuer im Jobcenter.

Eigentlich ist mein Beruf ein Traumjob. Aber der Dienst im Karneval ist der stressigste des Jahres. Ich arbeite seit 22 Jahren als Sanitäter und versuche jedes Jahr, an den Tagen zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch freizuhaben. Leider klappt das nicht immer. Ich bin absolut kein Karnevalsfan. Hier bei uns am Niederrhein eher eine Seltenheit.

Die ersten Betrunkenen transportieren wir schon am Donnerstag, Weiberfastnacht, gegen 17 Uhr. Danach sind meine Kollegen und ich bis Aschermittwoch im Dauereinsatz. Viele Feiernde verschätzen sich mit der Alkoholmenge, die sie vertragen können. Hinzu kommt schlechte Luft in den Veranstaltungsräumen oder der Umstand, dass der Karnevalist zu wenig gegessen hat.