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11 Bücher, mit denen du jeder Leseratte eine Freude machst

12.12.2017, 13:14 · Aktualisiert: 13.12.2017, 15:53

Hier würde normalerweise etwas Einleitendes stehen, ein Vorwort zu unserer Bücherliste. Aber dann hieße es von Leserseite wieder: "Dafür hat doch beim besten Willen keiner Zeit! Weihnachten naht, und wir haben noch so gut wie keine Geschenke. Fangt endlich mit eurer scheiß Liste an!!!!11"

Okay. Bitte.

Jeff VanderMeers Dystopie "Borne"

Bei VanderMeer liegt die Welt in Trümmern. Überall lauern genmanipulierte Monster. Am Himmel schwebt ein riesiger, fliegender Bär, der auch dann bedrohlich wäre, wenn er nicht "Mord" hieße. Die Protagonistin Rachel überlebt, indem sie die Ruinen ihrer Stadt nach Verwertbarem absucht, das sie dann zu ihrem Partner Wick bringt, der Drogen daraus herstellt. Klar, was sonst.

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Bei einer ihrer Touren entdeckt Rachel einen kleinen, irgendwie lebendigen Klumpen, den sie kurzentschlossen "Borne" nennt, mit nachhause nimmt und aufzieht. Borne wächst, lernt sprechen und entwickelt bald übermenschliche Fähigkeiten, die ihn im selben Moment zur Gefahr für die Menschen um ihn und zur Hoffnung für den Planeten machen.

Ein unendlich buntes Buch, in dem es um wichtige Themen geht: Die Frage, was Menschsein ausmacht, zum Beispiel. Und dieses ach so zeitgemäße Gefühl, dem Weltgeschehen vollkommen machtlos gegenüber zu stehen. Unser Tipp: vorsichtig selber lesen, dann weiterverschenken!

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"Das Leben des Vernon Subutex" von Virginie Despentes

Virginie Despentes erzählt vom Plattenhändler Vernon Subutex, der durch die digitale Revolution erst arbeitslos und dann wohnungslos wird. Unter Subutex’ wenigen verbleibenden Besitztümern befindet sich das Video-Testament eines befreundeten Popstars, von dem Vernon hofft, es irgendwie zu Geld machen zu können.

Bis es soweit ist, kommt er immer für ein paar Tage bei alten Freunden, Liebschaften und losen Bekannten unter. Diese sehr unterschiedlichen Menschen verbindet vor allem eines: ihre Wut. So liefert Despentes ein Behind-the-Scenes der schlimmsten Kommentarspalten – und ist dabei genauso unterhaltsam. In Frankreich gefeiert – perfekt auch unterm deutschen Baum.

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John Darnielle: "Rekorder"

Ein Mitarbeiter in einem VHS-Verleih bemerkt, dass seltsam-gruselige Filmschnipsel in einige der Leihvideos eingefügt wurden. Wacklige Aufnahmen schummriger Scheunen, Folterszenen – so Dinge. Ein klassischer Horror-Story-Anfang – der dann aber eher als eine Art Familiendrama weitergeht. Dem gesamten Roman liegt eine ziemlich bedrückende Stimmung zugrunde, was aber nicht heißt, dass das Lesen keinen Spaß bringt.

Der Autor ist Sänger der Indie-Folk Band "The Mountain Goats". Wenn ihr also eine Idee davon bekommen wollt, ob euch das Buch gefallen könnte, schaut euch doch einfach dieses Musik-Video an und entscheidet dann:

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Julie Zeh: "Leere Herzen"

Den Vorgänger "Unterleuten" hat in Deutschland gefühlt jeder gelesen. Entsprechend hoch ist das Risiko, wenn man es diese Weihnachten noch verschenken will. Weniger riskant, aber allemal lesenswert ist Zehs aktueller Roman "Leere Herzen".

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Darin erzählt die Autorin von einer deutschen Zukunft, die genauso naheliegend wie erschreckend ist. Und von einer Firma, die in diesem Deutschland mit einem mehr als zweifelhaften Geschäftsmodell großen Erfolg hat. … Mein Gott, man kann über dieses Buch aber auch rein gar nichts sagen, ohne gleich alle Welt zu spoilern. Wir verraten so viel: Es gibt Spannung und unerwartete Plot-Twists und angenehm lesbare Literatur für Menschen, die panische Angst vor seitenlangen Naturbeschreibungen haben. Da freut sich jede Leseratte scheckig.

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Maggie Nelson: "Die Argonauten"

In dieser Autobiographie erzählt die Autorin von ihrer Beziehung mit dem crossgender-Mann Harry Dodge. Harry wurde als biologische Frau geboren, definiert sich jedoch als Mann und lässt sich später auch körperlich zu einem solchen umwandeln. Zusammen ziehen die beiden zwei Kinder groß.

"Die Argonauten" ist ein unwahrscheinlich faszinierendes Buch. Nicht nur, weil sein Gegenstand ein in der Literatur immer noch extrem seltener ist. Sondern auch weil Nelson ihr Leben mit unglaublich wachen Augen betrachtet und ihre komplexe Beziehung zu Harry mit scharfem Geist seziert.

Absolut lesenswert für absolut jedermann, mit einer Einschränkung: Das Buch ist stellenweise sehr schwer zu lesen. Da werden ganz viele Philosophen und Intellektuelle zitiert, da wird schon auch vorausgesetzt, dass man sich im Vorhinein ein bisschen mit der Gender-Theorie vertraut gemacht hat. Kein Geschenk also für Leseratten, die gern zum Einschlafen schmökern.

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Sarah Hall: "Madame Zero"

Hier im englischen Original und geschrieben in einer Prosa, die das Herz jedes Literaturliebhabers hüpfen lässt: Halls Sammlung von Kurzgeschichten fesselt mit Schönheit und Klarheit in der Sprache und ist gleichzeitig wunderbar skurril.

Unter einer dünnen Oberfläche von Beziehungsproblemen, Mutterschaft und alltäglichen Problemen schnappen plötzlich auftauchende Dystopien mit scharfen Zähnen: Eine Frau verwandelt sich während ihrer Schwangerschaft langsam in eine Füchsin, sexueller Appetit wird zur Gier nach Menschenfleisch, die vernachlässigte Libido wabert als dunkler Schatten im Swimmingpool.

Ein Buch über die dunkle Seite der weiblichen Sexualität, das unter den Weihnachtsbäumen anspruchsvoller Leseratten auf jeden Fall eine gute Figur macht.

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Arundhati Roy: "Das Ministerium des äußersten Glücks"

Wenn eine weltbekannte Autorin nach zwanzig Jahren einen neuen Roman rausbringt, ist das allein schon Grund genug, mal einen Blick hinein zu werfen. Und ja: Wenn dir "Der Gott der kleinen Dinge" gefallen hat, wirst du auch dieses Buch lieben!

Ein – im besten Sinne! – überladener Roman, voll mit Bildern und Poesie. Die Figuren, die Roys Welt bevölkern, sind allesamt Außenseiter, Unberührbare, Unangepasste, Gegen-den-Strich-Gebürstete. Gemeinsam leben sie in einem riesigen, bunten und in vielen Teilen noch grausam konservativen Indien – welches die Autorin recht offen kritisiert, ohne dass der Roman jemals zu einer trockenen wissenschaftlichen Abhandlung verkommt

Ein monumentales Werk, an dem sich Fans gerne die Zähne ausbeißen werden.

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Magnus Myst: "Das kleine Böse Buch"

Du suchst noch ein Weihnachts-Mitbringsel aus dem Bereich Kinder-und Jugendliteratur? Dann haben wir hier ein Buch für dich, das sowohl Kindern als auch erwachsenen Escape-Room-Fans gefallen wird.

Der Leser wird selbst zum "Versuchskaninchen", der es während dem Lesen mit einem äußerst zweifelhaften Erzähler – nämlich dem heimtückischen Buch selbst – aufnehmen muss! Rätsel, vertauschte Seiten und verschiedene kleine Gruselgeschichten weisen den Weg. Keine weltbewegende Literatur, dafür ein interaktives Abenteuer für kleine und große Menschen.

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Maja Lunde: "Die Geschichte der Bienen"

Im Jahr 2098 müssen Obstbäume per Hand bestäubt werden, denn die letzten Bienen sind bereits ausgestorben.

Lunde erzählt die Geschichte vom Aussterben der Bienen anhand dreier Leben:

  • Ein Biologe, der sich im 19. Jahrhundert mit der Imkerei beschäftigt
  • Ein Imker in Amerika, der zur Zeit des großen Bienensterbens um seine Völker zittert (ja, hier befinden wir uns leider in der Gegenwart, Leute...)
  • Und eine chinesische Baum-Bestäuberin in der nahen Zukunft

Die Autorin zeigt eindrücklich, wie das Schicksal der Bienen mit dem Schicksal der Menschen verwoben ist, und schafft es so, ein reales Anliegen in einen ausgezeichneten Roman zu packen.

Gail Honeyman: "Ich, Eleanor Oliphant"

Eleanor ist... anders. Mit anderen Menschen weiß sie nichts anzufangen. Ihre Tage sind Punkt für Punkt durchgeplant. Der Grund für ihr Verhalten sitzt tief in ihr und wird erst im Verlauf des Romans langsam greifbar. Im Vordergrund steht die Frage danach, wie sehr eine schwere Vergangenheit gegenwärtige Verhaltensmuster beeinflussen kann und was zu tun ist, um Muster neu zu spinnen oder aufzulösen.

In Eleanors Fall bringt exakt das, was sie zu vermeiden sucht – zwischenmenschliche Beziehungen und der damit verbundene Kontrollverlust – ihr Selbstbild ins Wanken. Eine klare, berührende Geschichte für alle, die das Alleinsein fürchten, und alle, die an gesellschaftlichen Normen rütteln...

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Sy Montgomery: "Rendezvous mit einem Oktopus"

Warum du dieses Buch für dich selber und dann noch mal für alle deine Freunde kaufen solltest:

  1. Das Buch ist wunderbar unterhaltsam geschrieben und völlig zurecht ein Bestseller.
  2. Du lernst eine Menge über das Meer.
  3. Du lernst eine Menge über die seltsamen Wege der Evolution.
  4. Du lernst eine Menge darüber, was Bewusstsein ist, wie man es nachweist und wer darüber verfügt.
  5. Oktopusse!!! Okto-fucking-pusse!!! Die geilsten Tiere der Welt!! Super-intelligente, anpassungsfähige Verwandlungskünstler, die… ach, was reden wir. Schaut mal hier:

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Today

Jürgen Domian will weitermachen – im Fernsehen

12.12.2017, 11:55

Vor etwa einem Jahr hörte Jürgen Domian mit seiner Radiosendung auf – und gab bekannt, dass er künftig statt nachts, lieber tagsüber arbeiten möchte. bento begleitete den Kult-Moderator damals bei einer seiner letzten Sendungen, anschließend ging Domian auf eine kleine Tournee, um mit seinen Hörern in Kontakt zu treten.